Kritik am Vorwurf der "Wallonisierung" Belgiens

Kürzlich hat Bart De Wever (Foto), der Vorsitzende der flämischen Nationaldemokraten N-VA, bei der VRT vor der "Wallonisierung" Belgiens gewarnt. Kritiker fordern jetzt von ihm, angesichts der Sozialdramen im Land von politischen Spielchen abzusehen.
Bart de Wever am vergangenen Sonntag bei der VRT

Bart De Wever sagte am Sonntag in der VRT-Talkshow "De zevende Dag - Der siebte Tag“, dass die Probleme der Wirtschaft in Belgien zeigen würden, dass das Land sich "wallonisiere“, wobei er auf die ewig schlechten Wirtschaftsumstände im frankophonen Landesteil anspielte. Seit dieser Aussage hagelt es Kritik. Führende Gewerkschaftler stellen sich die ironische Frage, ob die Schließung des Ford-Werks in Genk in der flämischen Provinz Limburg "jetzt auch schon die Schuld der Wallonen sei“.

Auch Rudy Demotte (PS - Foto), der sozialistische wallonische Ministerpräsident, regte sich über De Wevers Aussagen auf und schrieb dazu via Facebook: "Es ist höchste Zeit, dass Herr De Wever seine Art und Weise Politik zu betreiben, ändert und nicht mehr mit Karikaturen und Beleidigungen aufwartet.“

De Wever und seine Partei würden schon seit Jahren negativ auf die Wallonie herabschauen und ständig zwischengemeinschaftliche Konflikte entfachen, so Demotte: "In der Politik ist es einfacher, herablassend über den Gegner zu urteilen, als konstruktiv zu sein und die Kräfte zu bündeln. Ob es nun um die Arbeitnehmer von Ford oder m die bei Duferco und ArcelorMittal geht: Alle brauchen jetzt Solidarität und wollen nicht mit politische Sätzchen abgespeist werden.“