Was verändert sich am 1. November?

Wer arbeitslos ist, wird ab dem 1. November schneller an den Mindestbetrag für seine Arbeitslosen-Unterstützung stoßen. Eltern, deren Kind ins Krankenhaus muss, sollen hierfür leichter eine Woche frei nehmen dürfen und für Autroreifen gibt es das neue EU-Label. Das sind nur einige Maßnahmen, die ab diesem Donnerstag in Kraft treten.

Der degressive Rückgang des Arbeitslosengeldes ist eine Sparmaßnahme und Teil des Regierungsabkommens in Belgien. Arbeitsministerin Monica De Coninck (SP.A) hofft, dass sich Arbeitslose aufgrund dieser Maßnahme schneller um eine neue Arbeitsstelle bemühen.

Mit der Degression des Arbeitslosengeldes werden Familien verheirateter Paare 12 Prozent weniger zur Verfügung haben, allein stehende Personen 17,5 Prozent und zusammen wohnende Paare 41,5 Prozent. Wer weniger als fünf Jahre gearbeitet hat, für den wird das Arbeitslosengeld bereits nach 14 Monaten gekürzt. Bei allen anderen erfolgt eine Kürzung erst nach zwei Jahren. Danach sinkt die Beihilfe alle sechs Monate und zwar insgesamt bis zu maximal vier Mal.

Bestehende Ausnahmen gelten allerdings auch weiterhin. Für Arbeitslose mit einer Arbeitsunfähigkeit von 33 Prozent, für Arbeitslose über 55 Jahre und für Menschen, die mehr als 20 Jahre gearbeitet haben, gilt die neue Regelung auch nicht. Das Netzwerk gegen Armut hat beim Staatsrat Berufung gegen diese Degression des Arbeitslosengeldes eingelegt. Eine Entscheidung hierzu wird spätestens im Februar erwartet.

Vereinfachte Urlaubsregelung für Krankenhausaufenthalt des Kindes

Arbeitnehmer, dessen minderjähriges Kind ins Krankenhaus muss, dürfen sich künftig automatisch eine Woche frei nehmen.

Der Urlaub darf um eine Woche verlängert werden, ohne eine Entlassung befürchten zu müssen. Bei einem Krankenhausaufenthalt, der länger als zwei Wochen dauert, müssen die Eltern ihren Urlaub noch immer in monatlichen Tranchen nehmen.

Bislang mussten die Eltern eines kranken Kindes direkt mindestens einen Monat für den Krankenhausaufenthalt frei nehmen. Der Antrag musste zudem sieben Tage vor dem geplanten Krankenhausaufenthalt eingereicht werden. Für Familienmitglieder zweiten Grades gelten auch weiterhin die bisherigen Regeln.

Neue EU-Kennzeichnung für Reifen

Ab dem heutigen Donnerstag gibt es das neue EU-Label für Autoreifen.

Das Etikett soll schnell und leicht verständlich Informationen zu Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und Rollgeräuschen eines Reifens geben. Letzteres hat großen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. So kann jeder Autofahrer bewusster kaufen und Geld sparen. Ein "grüner" Reifen ist beim Ankauf etwas teurer, aber der Verbraucher kann bis zu 135 Euro Spritkosten im Jahr mit diesen Reifen einsparen.

Bislang gibt es bereits die bekannten Energielabels für Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke. Jetzt ist also auch ein Label für Autoreifen eingeführt worden. Auf einer Skala werden die Reifen von A (am besten) bis G (schlecht) eingestuft.

Distrigas und Nuon fusionieren zu Eni

Der Gasverteiler Distrigas und der Energielieferant Nuon fusionieren am heutigen Donnerstag zu Eni, dem Namen des italienischen Mutterkonzerns.

Auch das italienische Logo des Erdöl- und Energiekonzerns wird übernommen, ein Hund mit sechs Pfoten.

Eni wird in unserem Land sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen zu seinen Kunden zählen. Das Unternehmen hofft, langfristig zweitwichtigster Spieler auf dem Energiemarkt für den Privatverbrauch zu werden.Derzeit bedient Eni 600.000 Kunden. Bis 2016 soll die Zahl auf eine Million ansteigen. Für die Kunden von Nuon soll die neue Struktur wenig Veränderung bringen. Bei Eni in Belgien arbeiten 500 Menschen.

Betrugsfälle sollen effizienter bekämpft werden

Ab dem heutigen Donnerstag tritt auch das so genannte "una via"-Gesetz in Kraft. Es soll darüber wachen, dass große Betrugsfälle effizienter bekämpft werden. Bei jeder Betrugsakte wird von nun ab im vornherein entschieden, ob sich das Finanzamt oder die Justiz damit befassen soll. Die Justiz soll grundsätzlich größere Betrugsfälle behandeln und Gefängnisstrafen, Beschlagnahmungen und Bußgelder von bis zu drei Millionen Euro verhängen können.

Das neue Gesetz soll Verjährungen zuvorkommen und eine doppelte Bearbeitung durch das Finanzamt und die Justiz verhindern.