Ford-Europa-Chef wird befördert

Stephen Odell, der Europa-Chef des US-Unternehmens Ford, wird befördert. Odell ist der Mann, der hinter der Entscheidung steht, Ford Genk schließen zu lassen. Odell wird geschäftsführender Vizepräsident beim amerikanischen Autobauer und bekommt neben Europa auch die Verantwortung für den Nahen Osten und Afrika zugesprochen. Die Gewerkschaften bei Ford Genk sind verbittert.

Der Brite Odell begann seine Karriere bei Ford vor 32 Jahren als Praktikant. Er arbeitete sich langsam nach oben und wurde im Unternehmen für die Art und Weise gelobt, wie er den Verkauf des Tochterunternehmens Volvo abwickelte. Gelobt wurde er auch für seine Hilfe beim Abbau durch Sanierung von Mazda Motor, das zu Mazda Japan gehört.

Als Europa-Chef des US-Unternehmens Ford ist er für die Umstrukturierung von drei europäischen Werken verantwortlich, die schließen müssen.

Genk in unserem Land und die Niederlassungen im britischen Southampton und Dagenham. 6.000 Ford-Mitarbeiter stehen dadurch auf der Straße. Hinzu kommen noch einmal einige tausend Menschen, die bei Zulieferern des Autobauers beschäftigt sind.

Ford geht es schlecht in Europa, das Unternehmen kämpft wie seine Konkurrenten mit Überproduktion. Trotz der Verluste in Europa machte der Autobauer im vergangenen Quartal weltweit 1,6 Milliarden Dollar Gewinn. Der Gewinn ist größtenteils den guten Verkaufszahlen in Nordamerika zu verdanken. Dort stieg der Verkauf um 12 Prozent, eines der besten Ergebnisse seit 2000.

"Besonders zynisch"

Die Gewerkschaften bei Ford Genk reagieren verbittert auf die Nachricht des Aufstiegs von Odell. In der flämischen Zeitung Het Laatste Nieuws nennt der Gewerkschafter Rhonny Champagne die Nachricht "zynisch" und "ein Schlag ins Gesicht von tausenden Menschen, die ihren Job verlieren."

Mario Versavel (ACLVB) findet, dass es eine Schande sei, dass jemand, der so ein schweres Drama angerichtet habe, auch noch befördert werde. Er sollte erst einmal den Mut haben, den Menschen zu erklären, auf welcher Grundlage der Entschluss basiere.