Lieber Bleifuß vom Gas

Vierzig Prozent der belgischen Autofahrer ignoriert die Geschwindigkeits- beschränkung von 120 Stundenkilometer auf den Autobahnen und dreißig Prozent unter ihnen fährt schneller als die erlaubten 90 Stundenkilometer auf den Überlandstraßen. Das hat am Freitag der wallonische Minister für Verkehrssicherheit, Carlo Di Antonio, in einem Pressebericht bekannt gegeben.

Er tat dies vor dem Hintergrund einer neuen Kampagne gegen überhöhte Geschwindigkeiten.

"Ein Aufprall mit 120 Stundenkilometern kommt einem Sturz aus dem 19. Stockwerk gleich." Gleichzeitig hat sich herausgestellt, dass eine Verringerung der Geschwindigkeit und sei sie auch noch so klein, einen erheblichen Einfluss auf die Schwere der Unfälle haben kann. "Wenn alle Autofahrer ihre Durchschnittsgeschwindigkeit um 2 Stundenkilometer reduzieren würden, könnten jedes Jahr in Belgien 97 Leben gerettet werden", heißt es in dem Pressebericht.

2011 sind laut Statistik des belgischen Instituts für Verkehrssicherheit 770 Personen auf unseren Straßen ums Leben gekommen. Das ist eine Zunahme um 3,8% im Vergleich zu 2010. Die Regierung will die Zahl der Verkehrsopfer bis 2020 jedoch um 50% reduzieren.

Die neue Kampagne, die den ganzen Monat November geht, will auch gegen die Vorstellung angehen, dass man mit schnellem Fahren viel Zeit sparen könne. "Für die Strecke von 100 Kilometern auf der Autobahn braucht ein Autofahrer, der 130 Stundenkilometer fährt nur vier Minuten weniger als ein Fahrer, der die Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 Stundenkilometern einhält", so der Pressebericht.

Außerdem weist der Minister auf den Mehrverbrauch hin, den man hat, wenn man seine Geschwindigkeit von 100 auf zum Beispiel 120 Stundenkilometer erhöht. Der Merhverbrauch beträgt nämlich in diesem Fall ungefähr 20 Prozent.

Die Kampagneposter sind den ganzen November über entlang des wallonischen Straßennetzes aufgestellt.