Schon wieder Findelkind abgegeben

Im Antwerpener Stadtteil Borgerhout hat jemand ein Baby in der Findelkindschale der Organisation Mütter für Mütter abgelegt. Es ist ein Junge. Wie alt der Kleine ist, wurde nicht bekannt gegeben. Der Junge bekommt vorerst den Familiennamen De Kleine wie alle Findelkinder.

Jetzt wird nach einer Pflegefamilie gesucht. Die Polizei hofft noch, herauszufinden, wer die biologische Mutter ist. Sie hat das Recht, das Kind bis zu sechs Monaten nach der Geburt zurückzuverlangen. Danach kann ein Adoptionsverfahren eingeleitet werden.

Vergangenen Juli war auch schon ein kleiner Junge in der Schale gefunden worden. Das Kind, das am gestrigen Samstagabend in der Schale gefunden wurde, ist das fünfte Kind, das bei der Organisation Mütter für Mütter abgegen worden ist.

Pieter geht es gut

Inzwischen hat der kleine Junge, der Samstagabend in der Schale gefunden wurde, auch einen Vornamen bekommen. Er heißt Pieter und ist nach zwei Anwälten, Pieter Huys und Pieter Vercraye, genannt worden. Die beiden sind zwei (ehemalige) Mitglieder des Vorstandes von Mütter für Mütter, die mit hinter der Initiative der Findelingsschale gestanden haben. Dem Baby geht es übrigens gut.

Eine auffallende Neuigkeit ist auch, dass vor einiger Zeit ein weiteres Neugeborenes in der anonymen Aufnahme  von Babys gefunden wurde. Mütter für Mütter war es bei diesem Kind gelungen, dies aus der Presse zu halten. Die leibliche Mutter konnte gefunden werden. Sie ist nun wieder mit ihrem Kind vereint.

Mütter für Mütter bedauert, dass bei dem Findelkind Pieter der Fall so früh an die Presse gegangen ist. Das mache die Hürde für die Mutter, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken, viel schwieriger", so die Vorsitzende des Sozialamtes Leen Verbist.

Mehr Details über das Kind wurden deshalb bei der Pressekonferenz am Sonntag bewusst nicht gegeben. Der Mutter soll Raum gegeben werden, um noch einmal gut nachzudenken.

Verbist ist Vormund des Kleinen.