Di Rupo gratuliert Obama zum Wahlsieg

Premier Elio Di Rupo (Foto) war am Mittwoch einer der ersten Regierungschefs weltweit, die Barack Obama zum Wahlsieg gratulierten. Nach Ansicht Di Rupos haben sich die Amerikaner für ein gerechteres Amerika entschieden.

Premierminister Elio Di Rupo (PS) gratulierte Barack Obama im Namen der belgischen Bundesregierung und der Bevölkerung Belgiens bereits um halb sechs am Mittwochmorgen zu dessen Wiederwahl und sprach von einem hoffnungsvollen Signal für die Zukunft der Vereinigten Staaten von Amerika.

Obama stehe für eine progressive Politik, besonders im Bereich der Außenbeziehungen, so Di Rupo. Der wiedergewählte US-Präsident habe internationale Weitsicht und respektiere die Ansicht von anderen Staaten.

Die Wiederwahl Obamas bedeute, dass sich Amerika und Europa weiter für den Frieden und die Wohlfahrt in der Welt einsetzen. Doch Di Rupo lobte auch Obamas Innen- und Sozialpolitik, denn er habe den US-Bürgern zum ersten Mal die Möglichkeit geboten, sich krankenversichern zu lassen.

US-Botschafter Gutman kündigt Belgien-Besuch an

Howard Gutman, der Botschafter der USA in Belgien und zudem ein persönlicher Freund von Barack Obama kündigte an, dass der wiedergewählte US-Präsident in Zukunft unser Land besuchen werde:

"Ich freue mich, weil der Präsident jetzt seine politische Agenda weiter abarbeiten kann und auch, weil ich jetzt länger in Belgien bleiben kann, wenn dies auch nicht für die Dauer der gesamten Präsidentschaft sein wird. Ich erwarte, dass der Präsident in den kommenden vier Jahren nach Belgien kommen wird.“

Während seiner ersten Amtszeit hatte der Demokrat Obama Belgien - nicht zuletzt die Heimat der wichtigsten europäischen Institutionen und des Hauptquartiers der Nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO - nicht aufgesucht.

"Kontinuität gewährleistet“

Auch Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR) gratulierte Barack Obama am Mittwochmorgen zu seiner Wiederwahl. Reynders lobte die Offenheit Obamas in dessen Außenpolitik und beweise stets wieder, dass er auf multilateraler Ebene arbeiten wolle. Der belgische Außenminister war sichtlich erleichtert über die Tatsache, dass wie Wiederwahl Obamas z.B. in der Syrien-Politik Kontinuität gewährleiste.

"Er muss seiner Politik eine Form geben“

Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) ist der Ansicht, es sei gut, dass Barack Obama seine Politik fortsetzen könne: "Es ist sehr wichtig für Europa und für Flandern, wie die US-Wirtschaft jetzt weiter stimuliert wird. Obama muss aber auch sein Haushaltsdefizit lösen. Es ist eine gute Sache, dass er eine weitere Amtszeit erhält, um seiner Politik eine vollständige Form geben zu können. Ich hoffe, dass ihm dies gelingt.“

Mitteilung der EU-Spitze in Brüssel

In einer Mitteilung ließen der EU-Ratsvorsitzende Herman Van Rompuy und der EU-Kommissionsvorsitzende José Manuel Barroso wissen, dass sie weiterhin gemeinsam mit den USA den Herausforderungen dieser Welt die Stirn bieten wollen, vor allem der Sicherheit und der Wirtschaft: "Die Schaffung von Wachstum und Jobs bleibt eine Priorität, sowohl für die Vereinigten Staaten, als auch für die Europäische Union und wir werden weiter gemeinsam mit Präsident Obama daran arbeiten, das unvergleichliche Potential des transatlantischen Handels auszubauen.“

Glücklich oder doch nicht…?

Der belgische EU-Vorsitzende Herman Van Rompuy haderte offenbar am Mittwochmorgen mit der Bewertung von Obamas Wahlsieg. Zunächst twitterte er: „Sehr glücklich mit der Wiederwahl von Obama.“, um wenig eine korrigierte Fassung zu veröffentlichen, in der es hieß: „Glücklich mit der Wiederwahl von Obama.“

"Starke Politik in Nahost nötig“

Belgiens Verteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V) ist gespannt darauf, wie Barack Obama in den kommenden vier Jahren seine Politik im Nahen und Mittleren Osten und bezüglich der dortigen aktuellen Spannungen weiterführen wird: "Wie wird er mit Israel umgehen? Wie reagiert er auf das gigantische Spannungsfeld zwischen Israel und dem Iran? Und wie sieht er das Sicherheitsproblem im Irak? Ich glaube, dass er in dieser Hinsicht eine sehr starke Politik führen muss.“