Köln: Genker Ford-Kollegen randalierten

250 Gewerkschaftler aus dem von Schließung bedrohten Ford-Werk in Genk in Limburg sind zu den Ford-Kollegen nach Köln gefahren, um dort deren Solidarität zu erfragen. Rund 100 deutsche Polizeibeamte sorgen dafür, dass die Proteste unter Kontrolle bleiben.

Rund 250 gewerkschaftlich organisierte Ford-Mitarbeiter aus dem Werk Genk in der flämischen Provinz Limburg hatten sich am Mittwochmorgen mit fünf Bussen nach Köln-NIehl aufgemacht, um ihre Kollegen des dortigen Ford-Werks um Solidarität zu bitten.

Nach Angaben des VRT-Reporters Dennis van den Buijs, der sich ebenfalls nach Köln begeben hatte, sind die belgischen Ford-Kollegen regelrecht mit „Pauken und Trompeten“ in Köln aufgekreuzt:

"Plötzlich brannten Autoreifen und Rauchbomben explodierten und die vier wachhabenden Beamten konnten nicht wirklich einschreiten. Es kam allerdings nicht zu Handgreiflichkeiten. Doch im Laufe der Zeit tauchten viele Polizisten auf, die den Ford-Kollegen aus Genk ins Werk folgten.“

Auch Luc Prenen von der christlichen Gewerkschaft ACV gab an, dass es am Mittwochmorgen vor den Toren des Ford-Werks in Köln heiß hergegangen war, weil keine Polizei vor Ort war.

"Mittlerweile sind wohl viele Polizisten hier, doch entgegen allen Erwartungen haben wir doch ins Werk gehen können. Leider haben einige ihren Frust abgebaut, in dem sie Fensterscheiben eingeschlagen haben, wodurch das Signal doch sehr deutlich wurde.“, so der Gewerkschaftler aus Belgien. Die Gewerkschaftker nutzten die Gelegenheit zum Stürmen des Wekrsgeländes, als die die Werksfeuerwehr von Ford die brennenden Autoreifen löschen wollten.

Nach Angaben von Medien aus dem Rheinland haben die belgischen Ford-Kollegen, von denen rund 20 Randale veranstaltet hatten, das Werk noch am Mittwochvormittag wieder verlassen.

Die Polizei hat inzwischen auch mit der Aufnahme der Personalien von mehreren Randalierern aus Genk begonnen. Strafanzeigen von Seiten der Ford-Direktion in Köln-Niehl folgten im Laufe des Tages.

Am Donnerstag findet am Ford-Stammsitz in Köln eine europäische Betriebsratsversammlung statt. Vertreter aus allen europäischen Ford-Niederlassungen besprechen allerdings schon am Mittwoch die möglichen Folgen der Umstrukturierungen bei Ford.