Siemens will sparen, auch in Belgien?

Europas größter Technologiekonzern Siemens will in den kommenden 2 Jahren die Kosten um insgesamt 6 Milliarden Euro drücken. Mit einem Sparprogramm soll die Gewinnspanne des Unternehmens in der Wirtschaftskrise nach oben geschraubt werden. Das gab Vorstandschef Peter Löscher am Donnerstag in Berlin bekannt. In Belgien sei nichts von Stellenstreichungen bekannt, betonte ein Sprecher von Siemens Belgien.

Laut Löscher sei es zunächst nicht das Ziel, Stellen zu streichen. "Dennoch werden die Sparmaßnahmen letztlich die Beschäftigung beeinflussen."

Die sozialen Folgen der Pläne wurden nicht weiter präzisiert. Wie viele Stellen abgebaut werden sollen, ist also noch nicht deutlich. In Deutschland arbeiten 130.000 Menschen für Siemens. In Belgien und Luxemburg sind zusammen 1.800 Arbeitnehmer bei Siemens beschäftigt. "In Belgien ist nichts von möglichen Jobverlusten bekannt", so ein Sprecher  von Siemens in Belgien.

Neben einem eventuellen Stellenabbau plant Siemens nach der Trennung der Solarsparte nun auch den Verkauf anderer Unternehmensteile. So hat Siemens bereits den Verkauf des Wassertechnikgeschäfts angekündigt.

Die Dividende für die Aktionäre soll hingegen unverändert bleiben. Obwohl der Konzerngewinn 2011/12 binnen Jahresfrist um gut ein Viertel auf 4,6 Milliarden Euro zurückging, sollen die Eigentümer wie zuletzt drei Euro je Anteilsschein als Dividende bekommen.

Siemens kauft belgische LMS

Um das Industriegeschäft zu beleben, hat die deutsche Siemensgruppe für 680 Millionen Euro den belgischen Softwareanbieter LMS International gekauft.  Das hat Siemens ebenfalls am Donnerstag bekannt gegeben.

Das Unternehmen LMS ist ein Anbieter von Simulationssoftware und Entwicklungsdienstleistungen. LMS unterstützt mit seiner Software Unternehmen aus Automobil- und Flugzeugbau sowie anderer Herstellungsindustrien. Das 1980 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Löwen ist das Glanzstück des ehemaligen Voka-Spitzenmanagers und Geschäftsmannes Urbain Vandeurzen.

Der Deal muss noch von den entsprechenden Instanzen genehmigt werden.