Bricht Ford mit Genk-Schließung Verträge?

Nach Ansicht der flämischen Landes-Regierung hat Ford mit der angekündigten Schließung des Werks in Genk Verträge gebrochen. 2010 hatte Ford mit den Gewerk-schaften einen Zukunfts-vertrag abgeschlossen, der den Betrieb bis 2020 garantiert.

Der 2010 mit den Gewerkschaften geschlossene Zukunftsvertrag, der den Betrieb am Standort Gent in Limburg bis 2020 garantiert, könnte nach Ansicht von Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V - Foto) bindend sein:

"Die juristischen Gutachten, über die wir jetzt verfügen, weisen in die Richtung, dass Vertragsbruch begangen wurde. Die Frage lautet jetzt natürlich, wie schlüssig dieses Gutachten ist und was wir damit tun können. Werden die Gewerkschaften dies selbst bei Ford Genk anbringen? Werden einige zusätzliche Aktionen folgen, zum Beispiel vor Gericht ziehen?

Die Justiz muss das dann letztendlich sofort feststellen können. Und dann ist die Frage, was sind die Folgen davon? Kommt es zu einer weiteren Schadensersatzzahlung oder kann die Schließung des Standorts Genk zurückgenommen werden? Ich glaube, und ich bin Realist, dass der Entschluss, Ford Genk zu schließen, in Detroit, in der Unternehmenszentrale gefallen ist und dass es sehr schwer sein wird, diesen, Beschluss umzukehren.“

Gewerkschaften für juristischen Weg

Die Gewerkschaften stehen einem gerichtlichen Verfahren nicht negativ gegenüber. Ronny Champagne (Foto) von der sozialistischen Gewerkschaft ABVV sagte ebenfalls, dass der Zukunftsvertrag mit Ford bindend ist: "Wir haben veranlasst, dass das Abkommen mit Ford juristisch untersucht wurde und wir unterstützen die flämische Landesregierung dabei. Damit haben wir einen Trumpf in der Hand, den wir zum gegebenen Zeitpunkt auf den Verhandlungstisch legen werden. Wir waren vor einem halben Jahr in Detroit und wissen, wie verräterisch Beschlüsse sind.

Andererseits glaube ich nicht, dass Ford sich das Ganze an den Hals schlägt, um danach unter Druck des einen oder anderen juristischen Gutachtens die Meinung zu ändern. Ich glaube, das einzige, was Ford dazu bewegen kann, seine Ansicht zu ändern, entweder enorm viel Geld kostet, viel mehr als die Schließung kosten kann oder dass sich der Absatzmarkt wieder erholt und dass man daraufhin seine Berechnungen anpasst.“