Die Purpurschnecke taucht wieder auf

An der belgischen Küste sind wieder Purpurschnecken aufgetaucht. Die "Nucella lapillus" galt in unserem Land seit mehr als 20 Jahren als verschwunden. Doch jetzt wurden Dutzende Purpurschnecken an Felssteinen am Strand von Zeebrügge entdeckt.

Die Purpurschnecke, auch Nordische Purpurschnecke oder Steinschnecke genannt, kann trotz ihres auch andere Farben aufweisen. Die Außenseiten können farblich variieren; sie können weiß, braun, gelb aber auch grau oder eben purpurrot oder violett sein. Im Inneren sind sie aber nur weiß mit brauner oder violetter Schattierung. Sie ist eine Schnecke aus der Familie der Stachelschnecken (Gattung Nucella), die im Nordatlantik und in der Nordsee verbreitet ist. Sie ernährt sich von Seepocken und Muscheln.

Der Name der Purpurschnecke rührt aber von einer anderen Eigenschaft dieser Schnecken her. Beim Kriechen scheidet diese Schnecke einen gelben Schleim aus, der sich recht schnell violett verfärbt. Das Schneckenhaus ist eigentlich rau, doch das Äußere glättet sich im Laufe der Zeit durch das Wasser in der Nordsee.

Die Purpurschnecke verschwand aus unseren Breitengraden, weil eine bestimmte tierische Anwachsungen abwehrende Farbe mit dem giftigen TBT-Stoff auf Schiffsrümpfen weibliche Purpurschnecken zu Männchen werden ließ, wie die Wissenschaft herausfand. Dadurch konnten sich diese Schnecken nicht mehr fortpflanzen. Giftige Farben auf Schiffsrümpfen sind inzwischen aber verboten worden und so nutzen auch Purpurschnecken die Hochseefrachter wieder zum Reisen.

Der belgische Marinebiologe Francis Kerckhof freut sich über die Rückkehr der Purpurschnecke an unsere Nordseeküste: "Es hat lange gedauert, denn die TBT-Stoffe in den Schiffsfarben bauten sich nur langsam ab und blieben in der Umwelt hängen. Und besonders diese Schneckenart pflanzt sich nur sehr schwer fort. Es war schwierig, sie wieder bei uns heimisch werden zu lassen, doch es ist uns gelungen.“