Umfrage: Weniger Lohn für mehr Rente?

Vier von 10 belgischen Arbeitnehmern sind bereit, zu Gunsten einer höheren Rente weniger Lohn oder Gehalt zu bekommen. Dies ist aus einer Einkommensstudie des Jobportals Vacature.com und der Löwener Universität (KU Leuven) ersichtlich.

Die Umfrage von Vacature.com und der Katholischen Universität Löwen stellt fest, dass die Arbeitnehmer in Belgien im Durchschnitt mehr verdienen, als vor zwei Jahren. Doch ist dies nicht unbedingt eine gute Nachricht, denn die Lohn- und Gehaltserhöhungen seit der letzten entsprechenden Gehaltsstudie sind nicht aufgrund von effektiver Einkommenssteigerungen erfolgt, sondern lediglich durch die Index-Erhöhungen, die seit dem erfolgt sind.

Der durchschnittliche Bruttolohn in Belgien liegt bei 3.133 €, was in etwa 2.000 € Netto entspricht. Mehr als 60 % der belgischen Arbeitnehmer liegt auf der Einnahmenseite unter diesem Durchschnitt. Demnach verdient nur ein kleiner Teil der arbeitenden Bevölkerung hohe bis höchste Gehälter.

Rund die Hälfte der Belgier ist der Ansicht, dass sie zu wenig verdienen. Den Umfragen entsprechend wäre für die meisten Befragten ein Einkommen von durchschnittlich 300 € eher zufriedenstellend. Die andere Hälfte ist der Ansicht, dass ihr Einkommen in Ordnung und auch gerechtfertigt ist. Nur 1,4 % der hiesigen Arbeitnehmer glaubt, das ihr Gehalt zu hoch angesetzt ist.

Auf die Frage, unter welchen Umständen die Belgier bereit seien, auf Gehalt zu verzichten, antworteten die meisten, dass die Möglichkeit, in der Rente 10 % mehr Pension zu erhalten, schon ein Grund wäre, weniger Einkommen zu akzeptieren. Hier ist das Verhältnis 60 % zu 40 %. Zwischen 26 und 28 % der Befragten, würde bei einem interessanteren Job oder für eine Stelle, die näher an zu Hause sein würde, auf Gehalt verzichten.