Ausländische Führerscheine bald nichts mehr wert?

Belgien reicht jährlich tausende Führerscheine aus, ohne dass eine Führerscheinprüfung in unserem Land verlangt wird. Ausländer aus 118 Staaten können ihren Führerschein einfach so gegen ein belgisches Exemplar eintauschen. Das soll sich ändern, sagt der Staatssekretär für Verkehr, Melchior Wathelet, in den Zeitungen Gazet van Antwerpen und Het Belang van Limburg.

Laut Wathelet müssten die internationalen Abkommen, in denen festgelegt ist, dass ausländische Führerscheine genauso wie belgische Exemplare zu behandeln sind, dringend überdacht werden. "Bei einigen Ländern haben wir keine ausreichenden Garantien dafür, dass die Antragsteller tatsächlich auch ausreichend über die nötigen Fahrfähigkeiten verfügen, um auf den öffentlichen Straßen zu fahren", so der Staatssekretär.

Seit 2010 haben zum Beispiel 9.480 marokkanische Zugezogene ihren Führerschein gegen ein belgisches Exemplar eingetauscht. Marokkanische Führerscheine werden in der Praxis häufig ohne Fahrunterricht eingekauft. Wathelet befürchtet, dass derartige Praktiken eine ernsthafte Bedrohung für die Verkehrssicherheit darstellten. Gerade diese habe sich die Regierung jedoch auf ihre Fahnen geschrieben.

"Wir müssen unseren Bürgern Sicherheitsgarantien auf den Straßen geben, trotz diplomatischer Empfindlichkeiten", sagt Wathelet. "Das Problem wird derzeit überdacht. Anfang 2013 will ich dann eine Expertengruppe einrichten, um konkrete Lösungen zu suchen. Zusätzliche theoretische und praktische Prüfungen für nicht EU-Bürger gehören auch zu den Möglichkeiten."

Auch die flämische Verkehrsministerin Hilde Crevits verlangt, dass Maßnahmen unternommen werden.