Carestel und Kronos in Gent verurteilt

Weil sie Beschäftigte aus Osteuropa unter menschenunwürdigen Bedingungen einstellten, sind der Autobahn-raststättenbetreiber und der deutsche Subunternehmer Kronos Sanitärservice definitiv wegen Menschenhandels und organisierten Betrugs verurteilt worden.

Das Gericht von Gent hat Carestel zu einer Geldbuße von rund 100.000 Euro und den Subunternehmer aus Heilbronn zu rund 530.000 Euro sowie vier Jahren Haft verurteilt.

Ihnen wurde die Ausbeutung ihres Toilettenreinigungspersonals in den Autobahnrestaurants zu Lasten gelegt. Die Anklage gegen Kronos lautete auf Steuerhinterziehung, betrügerische Ausbeutung sowie Bezahlung unterhalb gesetzlicher Mindestlöhne.

Bis zu 16 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche, haben Scheinselbstständige aus Osteuropa Toiletten auf belgischen Autobahnraststätten die Toiletten geputzt - teils gegen 2 bis 3 Euro pro Stunde brutto.

Die Akte gilt als "richtungsweisend im Kampf gegen den groß angelegten Betrug mit der Sozialversicherung, den die Föderalregierung sich zum Ziel gesetzt hat", reagierte das Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung, und forderte die Regierung auf, die Maßnahmen schneller umzusetzen.

 

Der Skandal war 2006 von der Zeitung De Morgen aufgedeckt worden. Kontrollen durch die Sozialinspektionsdienste im Jahre 2008 brachten die massiven Verstöße ans Licht.