Belgische Geschichte der Deportation

Der flämische Ministerpräsident Kris Peeters ist davon überzeugt, dass die Dossin-Kaserne einen vollwertigen Platz auf der Liste der internationalen Holocaustmuseen und Gedenkstätten einnehmen werde. Das sagte er anläßlich der Neueröffnung der Dossin-Kaserne in Mechelen (Archivfoto). Diese war während des 2. Weltkriegs Sammelplatz für die Deportation tausender Juden in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.

Die Stärke der Dossin-Kaserne ist, dass sie die belgische Gesschichte der Deportation aufzeigt. Die Geschichte der 25.484 Juden und 352 Zigeuner, die von der Kaserne aus nach  Auschwitz-Birkenau deportiert wurden, so der Vorsitzende Eric Stroobants  und der stellvertretende Vorsitzende Claude Marinower von der Vereinigung Kazerne Dossin (Dossin-Kaserne) in ihren Reden.

"Wir werden in diesem Museum auf die Frage eingehen, wie das alles möglich gewesen ist, wie die belgische Gesellschaft in so kurzer Zeit so entgleisen konnte. Wir versuchen eine Analyse der Täter, der Opfer und der Umstehenden zu präsentieren. Was haben sie gemacht? Was haben sie tun können? Wie groß war der Spielraum, um sich zu widersetzen?", sagt Stroobants.

"Die Erinnerung und das Gedächtnis der Überlebenden soll in unser Gedächtnis treten und dort bleiben. Von der Geschichte des Holocaust, darunter der Geschichte des belgischen Parts, muss jedes Detail erzählt werden, jeder Fakt verröffentlicht werden. Das sind wir allen Opfern schuldig", so Claude Marinower, selbst Sohn eines Deportierten.

"Der Umbau der Kaserne zu einer Gedenkstätte und einem Dokumentationszentrum, die Anlage des Platzes und der Architektur, die Gestaltung dieses neuen Museums zeugen von einer starken Vision. Diese Vision zieht sich durch den gesamten Inhalt", betonte der flämische Ministerpräsident Kris Peeters noch.

"Dieses Museum handelt davon, die Erinnerung zu wahren, so dass wir nie wieder mitmachen müssen, was sich hinter dieser weißen Kasernenmauer abgespielt hat. Hier geht es aber auch um das Streben nach Toleranz, Respekt und Bürgersinn. Die Botschaft, die wir heute in die Welt schicken, ist eine des Friedens und der Toleranz, der Achtsamkeit und des Schwunges."

Während des Zweiten Weltkriegs sind in Belgien fast 26.000 Juden deportiert worden. Seit Jahren erinnert ein Museum in Mechelen an das Schicksal dieser Menschen.

Am heutigen Montag hat der flämische Ministerpräsident Kris Peeters das Museum Kazerne Dossin in Anwesenheit von König Albert II. wiedereröffnet. Auch der Luxemburgische Minister Jean-Marie Halsdorf war anwesend.

Das Museum dient nicht nur als Erinnerungsstätte und der Information über die Judenverfolgung in Belgien, sondern soll auch Referenz für Menschenrechte im allgemeinen werden.