Wütende Milchbauern im Anmarsch!

In Brüssel herrscht Verkehrschaos. An diesem Montag und Dienstag protestieren die europäischen Milchbauern in der europäischen Hauptstadt gegen die niedrigen Milchpreise. Es handelt sich um Milchbauern aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Belgien.

Die Bauern sind mit ihren Traktoren und mit Bussen nach Brüssel gekommen, um für faire Milchpreise zu kämpfen. Sie befürchten, dass sie aufgrund der europäischen Sparmaßnahmen künftig weniger Subventionen bekommen werden. Am heutigen Montag sollte die Milchpolitik im Brüsseler EU-Parlament verhandelt werden. Im Mittelpunkt der Diskussion sollte stehen, wie es nach dem Wegfall der Milchquote 2015 weitergehen soll.

Den Bauern steht das Wasser schon jetzt bis zum Hals. Sie können, wie sie selbst sagen, wegen der niedrigen Milchpreise kaum noch kostendeckend arbeiten.

"Die Unternehmen leiden jetzt schon. Niemand hängt das an die große Glocke, bis man mit Kollegen darüber redet und merkt, dass die Unternehmen schwer in Not sind. Die Mentalität ist, einfach weiter zu machen, aber irgendwann platzt der Knoten", betonte der Milchbauer Peter Broeckx aus Dessel (Provinz Antwerpen).

Die Milchbauern fordern unter anderem ein Verfahren, das hilft, die Überproduktion von Milch zu verhindern.

Sie wollen bis Dienstagmittag mit verschiedenen Aktionen auf ihre unsichere Situation aufmerksam machen.

Über 800 Traktoren sind in Kolonnen nach Brüssel gefahren. Auf den Zufahrtswegen nach Brüssel und in der Gegend des Europaviertels kam es zum Verkehrschaos. Gegen 15 Uhr hatte die Polizei entschieden, den Reyers-, Tervuren-, Jubelpark- und Wettunnel in Richtung Innenstadt zu schließen.

Einige Teilnehmer gerieten mit der Polizei aneinander, die Beamten setzten Gummiknüppel und Tränengas ein. Strohballen brannten. Um ihrem Protest Nachdruck zu verleihen, versprühten die Bauern 15.000 Liter Milch in Richtung EU-Parlament. Milch sei billiger als Wasser, hieß es bei den Demonstranten. Der durchschnittliche Literpreis in Europa liege bei zur Zeit 30 Cent. Um die Kosten zu decken seien jedoch 40 Cent nötig.