Perfekt gefälschter Diamant auf dem Markt

Die Antwepener Diamantenwelt steht Kopf. Ein Betrug mit "syntehtischen" Diamanten ist aufgedeckt worden. Der Zeitung De Tijd zufolge seien diese Diamenten nicht oder so gut wie nicht von echten zu unterscheiden, auch nicht von erfahrenen Diamantenhändlern. Die Justiz hat Ermittlungen aufgenommen.

Der Betrug war aufgeflogen, als ein Antwerpener Fachlabor eine Ladung Diamanten inspizierte. Es stellte sich heraus, dass die Steine, die auf dem Markt als echte, natürliche Diamanten verkauft wurden, in Wirklichkeit synthetisch hergestellte Steine waren. Die Qualität der falschen Diamanten soll so gut sein, dass sie sogar Diamantenhändler mit jahrelanger Erfahrung nicht von echten haben unterscheiden können, auch nicht mit einer Lupe oder einem Mikroskop.

Direkt nach der Entdeckung warnte das Internationale Gemmologische Institut weltweit alle anderen Labors. "Diese Praktiken können die Integrität der gesamten Kette der Diamantenlieferung untergraben. Dadurch könnte das Vertrauen sowohl der Diamantenhändler als auch der Verbraucher Schaden nehmen", heißt es. Der Betrug ist jedenfalls rein zufällig ans Licht gekommen. Es handelt sich um sehr kleine Steine aus  0,30 Karat, die nur selten in ein Labor geschickt werden. In den meisten Fällen überprüft sie der Diamantenhändler selbst, in dem er sie unter der Lupe betrachtet. Die Frage ist nun, wie viele der synthetischen Diamanten in Umlauf sind.

Caroline De Wolf vom World Diamond Center relativiert jedoch die Fakten. Der Verbraucher müsse sich keine Sorgen machen, meint sie. "Die Kontrolle ist groß, deshalb ist der Fall auch ans Licht gekommen. Wichtig ist, dass Sie einen Stein mit Zertifikat kaufen, denn dann wissen Sie, was Sie tatsächlich besitzen."

Die Antwerpener Justiz hat Ermittlungen aufgenommen, will aber vorläufig noch nichts zu dem Fall sagen. Die Herkunft der gefälschten Steine soll den Fahndern ein großes Rätsel sein.