Was kann Plastikspielzeug in Kindergärten anrichten?

Der flämische Parlamentsabgeordnete Hermes Sanctorum (Groen) fordert die flämische Regierung auf, sich mit den Kindergärten an einen Tisch zu setzen und sie über Stoffe in Spielzeug aufzuklären, die Hormonstörungen zur Folge haben können. Auch soll die Regierung die Forschung nach solchen Stoffen erweitern.

Die Grünen hatten bei der Universität VUB in Brüssel eine Studie zu Stoffen in Kindergärten, die den Hormonhaushalt stören können, in Auftrag gegeben.

Professor Willy Baeyens führte in 12 Kindergärten Tests durch.

Es stellte sich heraus, dass in Klassen mit viel Plastikspielsachen der Anteil der Stoffe in der Luft, die den Hormonhaushalt stören können, höher ist als in Kindergärten mit wenig Plastikspielzeug. Es handelt sich unter anderem um Bisphenol A, das die Europäische Union bereits für Milchflaschen und Schnuller verboten hat. Auch enthält Plastikspielzeug offenbar einen höheren Anteil an Phthalaten, Dioxin und anderen östrogenstörenden Stoffen.

"Wir müssen damit echt aufpassen", sagte Baeyens in der Frühsendung des VRT-Radios. "Es ist das erste Mal, dass dies untersucht worden ist. Wir müssen dem künftig mehr Beachtung schenken."

Die Tests haben auch ergeben, dass in Klassenzimmern mit viel Plastikmöbeln und -spielzeug das Ausgesetztsein krebserregender Stoffe zwanzig Mal höher sei als in Klassen und Spielzimmern mit vor allem Holzmöbeln.

Die Grünen wollen, dass die Schulen besser darüber informiert werden, so dass sie die nötige Vorsorge treffen können, um das Ausgesetztsein dieser Stoffe möglichst niedrig zu halten. Einfache Maßnahmen seien nötig. Sanctorum nennt als Beispiel das regelmäßige Lüften und Putzen der Klassenräume und die Vermeidung von Plastikspielzeug.