Der N-VA-Wahlsieg hinterlässt Spuren

Der Sieg der flämischen Nationaldemokraten N-VA bei den Kommunalwahlen vom 14. Oktober hat den traditionellen Parteien im belgischen Bundesland Flandern große Verluste zugefügt, wie eine Analyse der Ergebnisse jetzt zeigt. CD&V, Open VLD und SP.A haben in sieben von 10 Städten und Gemeinden Wähler verloren.

Eine Studie zu den Wahlresultaten der N-VA im belgischen Bundesland Flandern bei den Kommunalwahlen von 14. Oktober ergibt, dass die Nationaldemokraten den traditionellen Parteien - die Christdemokraten der CD&V, die liberale Open VLD und die sozialistische SP.A - größeren Schaden zugefügt hat, als ursprünglich angenommen.

Der rechtsradikale Vlaams Belang und die populistische LDD verlieren nicht erst seit gestern Wähler an die N-VA, doch dass der Impakt der Nationaldemokraten auch den drei großen traditionellen Parteien einen derart großen Schaden zugefügt hat, mag dann doch überraschen. Doch die Zahlen lügen nicht, wie eine entsprechende Studie zeigt.

Danach haben CD&V, Open VLD und SP.A in 85 % der flämischen Städte und Gemeinden Stimmen an die N-VA verloren. Nur in 15 % der Kommunen gelang es den traditionellen Parteien, zuzulegen. Das bedeutet, dass die Nationaldemokraten in sieben von 10 Gemeinden Stimmen gewonnen haben. Nur die flämischen Grünen von Groen können in dieser Hinsicht Paroli bieten, denn sie gewannen am 14. Oktober in drei von vier Städten und Gemeinden Wählerstimmen hinzu.

Der Wahlsieg der N-VA hinterlässt demnach tiefe Spuren. Noch nie, seit der großen Gemeindefusion in Belgien im Jahr 1976, haben die "Großen Drei“ in Flandern so viele Stimmen bei einer Wahl verloren. Analysten sprechen von einem historischen Tiefpunkt. Allerdings bleibt die CD&V weiterhin die größte Partei in Flandern.

Stimmengewinne in den Städten und auf dem Land

Die N-VA ist inzwischen zu einer Partei geworden, die sowohl in den Städten, als auch auf dem Land ihr Stimmenpotential hat. Die sozialistische SP.A hatte zum Beispiel lange den Stempel, sie sei eine Stadtpartei, weil sie in den Zentrumsstädten und in den Metropolen traditionell gut abschnitt. Das ist nun vorbei, denn auch hier musste die SP.A schwer einstecken. Und die Christdemokraten der CD&V haben ihren Nimbus als größte Partei auf dem Land ebenfalls eingebüßt.