Schwellenindex im November überschritten

In diesem Monat ist in Belgien der Schwellenindex überschritten worden. Das bedeutet, dass in einer ersten Phase die Beamtengehälter, die Renten und die Sozialzulagen steigen. Die Löhne und Gehälter in der Privatwirtschaft steigen später.

Nach Angaben des belgischen Wirtschaftsministeriums ist der Schwellenindex in unserem Land im laufenden Monat November um 0,14 Punkte angestiegen und steht jetzt bei 121,65 Punkten. Der Anstieg ist auf Preisanstiege bei Strom, Fleisch und Druckerzeugnisse, wie Zeitungen oder Zeitschriften zurückzuführen.

Günstiger wurden diesen Monat allerdings Erdölprodukte, Urlaubsreisen in Feriendörfern und frisches Obst . Im November sank der Gesundheitsindex und zwar um 0,08 Punkte auf einen aktuellen Stand von jetzt 119,95 Punkten.

Der Gesundheitsindex setzt sich wie der Index aus der Zusammenstellung eines bestimmten Warenkorbs, bzw. aus bestimmten Dienstleistungen zusammen. Dabei wird Rechnung mit der Preisentwicklung von 507 Produkten oder Leistungen getragen. Die Kombination der Entwicklungen beim Warenindex und beim Gesundheitsindex ergeben den Schwellenindex.

Der Anstieg des Schwellenindex, auch Spilindex genannt, hat zur Folge, dass die Renten und die Sozialzahlungen im Dezember um 2 % ansteigen werden. Die Beamtengehälter steigen dann im Januar und rund zwei Monate später werden auch Löhne und Gehälter der Beschäftigten in der Privatwirtschaft angehoben.

Umstrittenes System

Die Bindung der Einkommen an den Index ist der Europäischen Union und den Arbeitgebern in Belgien schon lange ein Dorn im Auge, doch die Bundesregierung und die Gewerkschaften halten daran fest.

Für die Arbeitnehmervertreter bedeutet der Index eine Beibehaltung der Kaufkraft. In den Augen der Arbeitnehmer trägt sie zu zu hohen Löhnen und Gehältern bei, was der Konkurrenzfähigkeit Belgiens im Vergleich zu den Nachbarländern Nachteile bringt.