Sechs Monate Haft für Extremist Belkacem

Ein Gericht in Antwerpen hat den Sprecher der radikal-islamistischen Gruppierung Sharia4Belgium, Fouad Belkacem zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Belkacem zu Hass und zu Gewalt gegen Ungläubige aufgerufen hat.

Das Strafgericht von Antwerpen verurteilte den Extremisten Fouad Belkacem wegen des Aufrufes zu Hass, Gewalt und Diskriminierung gegen Nicht-Moslems. Das Urteil lautete sechs Monate Haft. Die Anklage forderte ein Jahr Haft, ein Bußgeld von 300 € und die Aussetzung der Bürgerrechte für die Dauer von 10 Jahren.

Grund für die Verurteilung war eine Videobotschaft auf YouTube, in der Sharia4Belgium-Sprecher Fouad Belkacem am 1. Juni dieses Jahres auf Krawalle im Brüsseler Stadtteil Molenbeek reagierte, die nach einer aus dem Ruder gelaufenen Identitätskontrolle einer Frau mit gesichtsverhüllender Niqab ausgebrochen waren.

Darin hatte Belkacem die islamistische Frau für ihren Kopfstoß gegen eine Polizistin gelobt. Die Polizistin trug nach diesem Kopfstoß eine gebrochene Nase davon. Belkacem ging in seiner Videobotschaft so weit, die Krawalle nach dem Vorfall zu huldigen und rief auch andere Moslems dazu auf, Gewalt gegen Nicht-Moslems auszuüben und ähnliche Aktionen zu planen.

Die radikal-islamistische Bewegung Sharia4Belgium wurde inzwischen von den belgischen Behörden verboten, worauf Belkacem mit den Worten reagierte: "Die belgische Gesellschaft ist für so etwas noch nicht bereit.“

Das Urteil von Antwerpen ist nicht die erste Verurteilung Belkacems. Überdies sitzt der radikale Islamist derzeit in Untersuchungshaft wegen eines anderen Vorfalls, der sich letztes Jahr zugetragen hatte. Seinerzeit trat er gewalttätig gegen Polizisten auf, die eine Demonstration gegen das Kopftuchverbot in Brüssel im Auge hielten. Und vor drei Jahren wurde er bereits wegen Beleidigungen und Drohungen verurteilt.