1 von 7 Belgiern ist arm

Die Statistik über Armut in unserem Land ist zwar gleich geblieben, dennoch reicht bei immer weniger Belgiern das Geld bis zum Ende des Monats aus. Das geht aus dem Jahrbuch über Armut und Ausgrenzung des Zentrums OASes der Universität Antwerpen hervor. Die Studienforscher wollen auf diese prekäre Situation aufmerksam machen und rufen vor allem die Städte und Gemeinden auf, zu handeln.

"Aus unseren Zahlen geht hervor, dass eine immer größer werdende Personengruppe Schwierigkeiten hat, mit ihrem Geld bis zum Ende des Monats auszukommen", erzählt Professorin Danielle Dierckx in der Frühsendung der VRT. Dierckx führt diese Zunahme auf die steigende Zahl von Bankrotten in unserem Land zurück und damit verbunden auf die steigende Zahl von Arbeitslosen.

"Die am meisten gefährdete Gruppe ist jedoch die von Alleinerziehenden", so Dierckx.

Das Zentrum OASeS weist auch auf die zunehmende Kluft zwischen arm und reich hin. Dies sei eine sehr gefährliche Entwicklung, heißt es. "Die Reichen werden stets reicher, die armen stets ärmer. Das führt zu Spannungen in der Gesellschaft und hat Einfluss auf das Wohl aller Bürger."

Aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise seien viele arme Menschen hinzu gekommen. Das sei die gefährlichste Gruppe, so die Studienforscher. Sie wollten ihren Status Quo aufrecht erhalten und schämten sich für ihre Armut. Dadurch gerieten sie in eine Schuldenspirale. Auch sei die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen vor allem in großen Städten wie Antwerpen und Gent eine tickende Zeitbombe.

Die Forscher hüten sich davor, mit dem Finger auf mögliche Schuldige zu zeigen. Sie rufen aber die lokalen Behörden auf, zu  handeln. Diese trügen zwar viel Verantwortung, hätten aber auch viele Möglichkeiten zu helfen, zum Beispiel in dem sie in die Unterrichtskosten eingriffen.