Radfahrer dürfen über rot fahren

An acht Kreuzungen in der Region Brüssel dürfen Radfahrer in gewissen Situationen über eine rote Ampel fahren. Dieses Experiment wurde vom belgischen Institut für Verkehrssicherheit positiv beurteilt und deshalb weiter ausgebaut.

Über eine rote Ampel fahren ist lebensgefährlich und kann einen Autofahrer deshalb teuer zu stehen kommen. Für Radfahrer, die rechts abbiegen wollen, ist so eine rote Ampel häufig nicht gefährlich und einfach nur ein Zeitverlust. In Brüssel wurde deshalb von Juni bis September ein Experiment mit Verkehrsschildern durchgeführt, die es den Radfahrern erlauben, unter bestimmten Umständen über eine rote Ampel zu fahren.

Zwei Schilder erlauben also eine Ausnahme. Bei dem einen Schild darf ein Radfahrer nur über rot fahren, wenn er rechts abbiegt. Bei dem anderen Schild darf der Fahrer bei rot auch geradeaus weiterfahren. Letzterer Fall ist nur erlaubt, wenn die Radler hierfür nicht an Autoverkehr vorbei müssen und auf einem separaten Radweg fahren können.

Das belgische Institut für Verkehrssicherheit hat festgestellt, dass diese Schilder keine Verkehrsprobleme zur Folge haben. Die Maßnahmen seien zu 100 Prozent sicher, heißt es. Das Institut betont jedoch, dass die Schilder nicht einfach verallgemeinert werden könnten. Die Brüsseler Hauptstadtregion hat 255 Kreuzungen ausgesucht, die eine nach der anderen einer gründlichen Prüfung unterzogen werden sollen, um herauszufinden, ob man dort ein entsprechendes Verkehrsschild für Fahrradfahrer aufstellen kann oder nicht.