Investiert ArcelorMittal doch weiter in Lüttich?

Der internationale Stahlmulti ArcelorMittal soll angeblich dazu bereit sein, weiter in die Kaltstahlverarbeitung Lüttich zu investieren. Dabei soll es sich um Investitionen um rund 60 Millionen € handeln. Die Gewerkschaften im Lütticher Stahlbecken reagieren vorerst zurückhaltend auf entsprechende Meldungen.

Am Dienstag war es am Sitz der wallonischen Regionalregierung in Namür zu Gesprächen zwischen Landeswirtschaftsminister Jean-Claude Marcourt (PS), dem Management von ArcelorMittal und den Gewerkschaften gekommen. Danach sprach Marcourt von einer geplanten Investierung in Höhe von 60 Mio. € in der Coating-Abteilung von Kessales bei Jemeppe (westlich von Lüttich). Dabei handelt es sich um eine Anlage zur Beschichtung von Stahl- oder Aluminiumbändern (so genannte Coils).

Bei der genannten Summe soll es sich um die erste Tranche einer insgesamt 138 Mio. € umfassenden Investition seitens des Stahlkonzerns in die Kaltstahlverarbeitung Raum Lüttich handeln. Allerdings will ArcelorMittal um Gegenzug an der Schließung der Hochöfen von Ougrée und Seraing festhalten, Standorte, die bereits seit einigen Jahren nicht mehr aktiv sind. Die definitive Abschaltung dieser Hochöfen würde die Entlassung von bis zu 800 Stahlkochern zur Folge haben.

Landeswirtschaftsminister Marcourt gab an, dass man auch an der Einrichtung eines gemeinsamen Entwicklungsfonds für das Lütticher Stahlbecken arbeite, in den die Wallonische Region und ArcelorMittal bis zu 400 Mio. € einspeisen würden. Die Gewerkschaften hingegen bleiben weiter zurückhaltend, denn sie vermissen weiterhin klare Absprachen und einen Sozialplan. Am 20. Dezember treffen sich die drei Parteien zu einer weiteren Gesprächsrunde.