Probleme: Brussels Airlines braucht Hilfe

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines braucht Hilfe, denn sie ist offenbar akut von einer Pleite bedroht. Belgiens Bundesregierung muss jetzt einen Rettungsplan in Höhe von 30 Mio. € ausarbeiten, den die EU-Behörden annehmen. Andernfalls droht der Verlust von 7.000 bis 10.000 Arbeitsplätzen bei der Lufthansa-Partnerairline .

Belgiens Staatssekretär für Mobilität, Melchior Wathelet (CD&V), hat angeblich gemeinsam mit dem Kernkabinett der Bundesregierung in Brüssel einen Plan ausgearbeitet, über den Brussels Airlines (BA) bis zum Jahr 2020 jährlich mit mindestens 30 Millionen € unterstützt werden soll.

Der Strategieplan des Staatssekretärs richtet sich in erster Linie an Brussels Airlines, auch wenn dies offiziell nicht so aussehen soll, wie die flämische Tageszeitung De Morgen andeutet. Andernfalls droht ein Veto der EU-Wettbewerbsbehörden.

Also umfasst dieser Strategieplan Möglichkeiten, mit denen die am Brüsseler Nationalflughafen Brussels Airport in Zaventem startenden und landenden Fluggesellschaften Brussels Airlines, Jetairfly und Thomas Cook Airlines mit Billigfluggesellschaften, wie Ryanair konkurrieren können.

Ab 2020 gelten in der EU neue Regelungen, nach denen es Billigfliegern wie Ryanair nicht mehr erlaubt sein wird, sich aus Steuergründen in Ländern wie Irland oder Luxemburg zu festigen, wodurch diese ihrem Personal konkurrenzlos günstige Löhne und Gehälter zahlen können.

Charleroi im Sog der Probleme?

Auch der Charterflughafen von Charleroi droht in die Problemzone zu geraten, falls Brussels Airlines in die Insolvenz abrutscht, denn für diesen Fall droht Ryanair mit dem Umzug in Richtung Brüssel/Zaventem. Die Folgen könnten nach Angaben von De Morgen für beide Standorte fatal sein.

Staatssekretär Wathelet lässt sich derzeit noch nicht in die Karten schauen, so De Morgen. Er muss tatsächlich mit äußerster Vorsicht zu Werke gehen, denn es droht permanent ein Veto durch die EU, die unverkennbar staatliche Hilfen für Brussels Airlines als wettbewerbs-beeinflussend ansehen könnte.

Hilfreich wäre im Zuge der Rettung von Brussels Airlines, wenn die deutsche Partner-Fluggesellschaft Lufthansa eine Kapitalinjektion über 100 Mio. € investieren würde. Dann wäre die aus den Überresten der abgestürzten Sabena entstandene Gesellschaft Brussels Airlines etwa ab 2014 mehr oder weniger schuldenfrei.