Urteil: "Tim im Kongo" ist nicht rassistisch

Das weltberühmte und in der letzten Zeit plötzlich als umstritten bewertete Comicalbum "Tim im Kongo" des belgischen Zeichners Hergé ist nicht rassistisch. Zu diesem Schluss kam jetzt das Brüsseler Berufungsgericht. Damit bestätigen die Richter ein Urteil aus der ersten Instanz.

Die Richter am Berufungsgericht von Brüssel waren der Ansicht, dass "Tim im Kongo", eines der ersten und bekanntesten Comic aus der weltberühmten Reihe "Tim und Struppi" aus der Feder des belgischen Zeichners Hergé nicht als rassistisch einzustufen sei und somit auch nicht aus dem Verkauf gezogen werden müsse.

Hergé habe 1930, im Entstehungsjahr des Comics, nicht bösartig gehandelt, als er die Schwarzen in seiner Geschichte teilweise als leicht ungebildet darstellte. Hergé habe seinerzeit unterhalten wollen und seine Geschichten und die dort auftretenden Personen seien frei erfunden. Zudem habe der Comiczeichner Afrika niemals besucht und seine zeichnerischen Inspirationen aus dem Brüsseler Kolonialmuseum geholt.

"Tim im Kongo" sei ein Zeugnis der damaligen Zeit, so die Brüsseler Berufungsrichter und zeige die damalige Geschichte so, wie sie damals war. Kongo war damals belgische Kolonie und damit sei das Comic Hergés auch ein Zeitdokument. Nicht zuletzt habe Hergé 1930 noch nichts von einem Gesetz zum Kampf gegen Rassismus, das 1981 erlassen wurde, wissen können.

Mehrere antirassistische Verbände und Einzelpersonen, auch in Belgien, hatten in letzter Zeit auf juristischem Weg versucht, "Tim im Kongo" aus dem Buchhandel zu verbannen, da die Darstellung der Schwarzen darin rassistisch sei. In Schweden und in den USA ist es ihnen teilweise gelungen, dieses früh entstandene Werk Hergés aus dem Handel nehmen zu lassen. Nun bleibt abzuwarten, wie international auf das Urteil aus Belgien in dieser Frage reagiert wird.