Verlassen die Belgier Ende 2013 Kunduz?

Wenn sich die deutsche Bundeswehr aus dem afghanischen Standort Kunduz, wie angekündigt, Ende 2013 zurückzieht, dann werden die Belgier, die dort stationiert sind, wohl folgen. Alleine dort zu bleiben, ist wohl keine Option, wie belgische Medien melden.

Im kommenden Jahr wird die deutsche Bundeswehr den Standort Kunduz im Norden Afghanistans wohl definitiv verlassen. 15 Bundeswehrsoldaten haben in der Region bereits ihr Leben verloren, was Kunduz zum gefährlichsten Standort für Deutschland gemacht hat. Dass sich die Bundeswehr mit ihrer etwa 1.100 Mann starken Truppe von dort zurückziehen will, ist denn auch durchaus verständlich.

Allerdings sind neben der Bundeswehr auch 135 belgische Soldaten in Kunduz im Einsatz. 35 von ihnen gehören zum Provincial Reconstruction Team (PRT) und weitere 90 Belgier sind Teil des Military Advisory Teams (MAT). Die flämische Tageszeitung De Standaard meldet in ihrer Mittwochsausgabe, dass das belgische Verteidigungsministerium seit Wochen von den deutschen Rückzugsplänen wisse. Doch Bundesverteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V) hält sich mit Kommentaren dazu noch bedeckt.

Es scheint aber fast ausgeschlossen, dass die Belgier alleine in Kunduz bleiben, schreibt De Standaard weiter, denn dies würde deutlich mehr Truppenstärke und enormen Materialaufwand bedeuten und zudem wiederspricht das dem Vorhaben der Nato, Afghanistan etwa 2014 vollständig zu verlassen.

Neben den 135 belgischen Soldaten in Kunduz stationiert Belgien auch mehrere F-16-Kampfbomber mit entsprechendem Luft- und Bodenpersonal in Kandahar. Die Bewachung des Flughafens von Kabul ist Anfang Oktober an eine multinationale Einheit unter ungarischem Kommando angegeben worden.