Flandern: Kulturabkommen mit den Frankophonen

Die flämische Landesregierung und die Regierung der französischsprachigen Gemeinschaft in Belgien haben sich am Freitag in der wallonischen Hauptstadt Namür auf ein gemeinsames Kulturabkommen geeinigt. Die Landesregierungen beider Gemeinschaften hatten sich zu einer gemeinsamen Ministerratssitzung zusammengefunden.
Gemeinsame Pressekonferenz in Namür: Flanderns Kulturministerin Joke Schauvliege, Flanderns MP Kris Peeters, sein frankophoner Amtskollege Rudy Demotte und die frankophone Kulturministerin Fadila Laanan

Flanderns Landeskulturministerin Joke Schauvliege (CD&V) und ihre frankophone Amtskollegin Fadila Laanan (PS) haben sich auf ein Kooperationsabkommen geeinigt. Beide Gemeinschaften wollen bestimmte Projekte besser aufeinander abstimmen und jeweils ihre Kontakte dem anderen Partner zur Verfügung stellen.

So ist die flämische Kulturwelt traditionell eng mit den Machern des französischen Kulturfestivals in Angoulème verbunden und die frankophonen Kollegen haben zugesagt, flämische Filme auf dem Filmfestival von Cannes zu promoten, wohin sie sehr gute Kontakte haben.

Die Kulturbehörden in Flandern und in der Wallonie werden sich gegenseitig im Ausland unterstützen und sie werden öfter auch gemeinsam auftreten, wie die beiden Kulturministerinnen im Beisein der Ministerpräsidenten beider Regionen mitteilten.

Bei der gemeinsamen Ministerratssitzung Flanderns und der französischsprachigen Gemeinschaft in Namür wurde ebenfalls beschlossen, die belgische Bundesregierung darum zu bitten, Kulturbeamte freizustellen, die die Übertragung von Zuständigkeiten vom Bund an die Länder im Zuge der Staatsreform in die Wege leiten sollen.

Zuletzt wurden am Freitag in Namür die letzten Unterschriften unter die Übertragung des Pflanzengartens von Meise in Brabant südlich von Brüssel gesetzt. Flandern garantiert im Gegenzug, dass frankophone Wissenschaftler dort weiterhin in ihrer eigenen Sprache forschen können. Teilweise bleiben zu diesem Zwecke die bisher dort arbeitenden frankophonen Mitarbeiter im Amt.