Belgien bereitet sich auf Blackouts vor

Die belgischen Behörden bereiten sich auf eventuelle Stromausfälle im kommenden Winter vor. Um Probleme durch einen Blackout zu vermeiden werden Provinzen und Kommunen Vorschläge unterbreitet, wie sie vorgehen können.

Die frankophone Tageszeitung Le Soir berichtete in ihrer Samstagsausgabe, dass Belgiens Staatssekretär für Energiefragen, Melchior Wathelet (CDH), dabei ist, Maßnahmen zu treffen, um auf eventuelle Blackouts durch umfangreiche Stromausfälle im kommenden Winter vorbereitet zu sein.

Da die belgische Stromversorgung in diesen Tagen ohne die beiden Kernreaktoren Tihange 2 bei Lüttich und Doel 3 bei Antwerpen auskommen muss, werden solche Stromausfälle befürchtet.

Die beiden Atommeiler mussten bekanntlich abgeschaltet werden, weil bei Kontrollen tausende kleine Risse in der Ummantelung der Realtorbehälter festgestellt wurden. Zwar können die beiden Meiler bald wieder hochgefahren werden, doch ob das noch in diesem Winter gelingen kann, bleibt fraglich.

Staatssekretär Wathelet hält das Risiko von Blackouts während Spitzenverbrauchszeiten zwar für sehr gering, will diese jedoch nicht ausschließen. Er plant dabei, kleineren Kommunen zeitweise für Stunden den Strom abzuschalten, um Blackouts in Ballungsräumen zuvorzukommen. Allerdings hat unser Land auch einen gesteigerten Import von Elektrizität aus dem Ausland vorbereitet und entsprechende Abkommen mit Produzenten und Netzbetreibern getroffen.

Sollte der Winter dieses Jahr oder Anfang des nächsten Jahres besonders kalt werden, sei Belgien eigentlich abgesichert, so die Behörden. Die Begeisterung der von eventuell vom Strom abgekappten kleineren Gemeinden hält sich allerdings in Grenzen, wie entsprechende Anfragen von Seiten der Medien ergaben.