Lieber nicht allein und einsam

Ein Belgier von vier fühlt sich stark bis sehr stark einsam und vermisst Kontakte in breiten sozialen Kreisen. Das geht aus einer Studie von Leen Heylen von der Thomas More Hogeschool in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lebenswege und longitudinaler Forschung der Universität Antwerpen (Cello) hervor. Der Bond Zonder Naam (BZN, dt. Veband ohne Namen) wolle mit einer Kampagne auf dieses Thema aufmerksam machen, heißt es in einem Pressebericht des Verbandes am Dienstag.

Die Studie zum Gefühl der Einsamkeit wurde bei 7.136 Belgiern im Alter zwischen 18 und 79 Jahren durchgeführt.

Das Ergebnis der Studie ist, dass sich 15 Prozent sozial eher stark einsam fühlt und 13 Prozent sehr stark einsam fühlt. Die größte Risikogruppe sind die 40- bis 69-Jährigen.

Außerdem schätzt 18 Prozent der Altersgruppe der unter 30-Jährigen, dass er oder sie einen mittelmäßigen bis ernsthaften Mangel an Kontakten zur Familie, zu Freunden oder zu Bekannten habe.

Die Studie zeigt auch, dass sich knapp einer von fünf Belgiern emotional einsam fühlt und eine stabile, affektive Bindung vermisst. Insbesondere Frauen hätten dieses Gefühl, so die Studie. 40 Prozent unter ihnen vermisst eine affektive Bindung. Bei den Männern sind es 30 Prozent. Als eine mögliche Erklärung hierfür wird die durchschnittlich längere Lebensdauer bei Frauen angegeben. Außerdem gehöre die Gruppe geschiedener Personen zu den gefährdetsten, was die emotionale Einsamkeit betrifft.

Der Bond Zonder Naam startet am Mittwoch mit einer Kampagne zur Einsamkeit. Sie ruft zur Fürsorge auf und will mit dem Klischee des "Einsamen" brechen. Ferner habe die Kampagne zum Ziel "vielmehr zur Übernahme von Verantwortung" aufzurufen als zu "problematisieren", denn einsam dürfe man sein. "Zumindest für kurze Zeit", so der BZN.