Belfius: Sponsorende und Kunstverkauf

Die Bank- und Versicherungsgruppe Belgius beendet am Ende der kommenden Saison das Sponsoring des belgischen Erstliga-Vereins FC Brügge. Sparmaßnahmen sorgen auch dafür, dass Belfius einen Teil der eigenen Kunstsammlung verkaufen muss. Das alles ist wohl eine Folge des Crashs der Vorgängerbank Dexia.

Club Brügge muss sich auf die Suche nach einem neuen Sponsor machen, denn die Bank- und Versicherungsgruppe beendet nach dem Auslaufen des laufenden Vertrags mit dem traditionsreichen Fußballverein ihre Aktivitäten in diesem Bereich. Doch damit nicht genug. Die Bank plant auch, sich von einem Teil ihrer umfangreichen Kunstsammlung zu trennen. Belfius besitzt die größte private Kunstsammlung in Belgien.

Belfius war während 16 Jahren Hauptsponsor beim FC Brügge: Zunächst als Gemeindekredit, danach unter dem Namen Dexia und aktuell als eben Belfius. An den sportlichen Resultaten des Clubs liegt die Entscheidung, die Fußballaktivitäten zu beenden, nicht, sondern an einem Sparkatalog, bzw. an der Verlagerung der Aktivitäten.

Belfius-Sprecherin Moniek Delvou gab gegenüber dem VRT-Sportkanal sporza an, dass die Entscheidung, den Club nicht mehr zu sponsoren, im Rahmen der Sparmaßnahmen liege: „Zum zweiten passt dieses Sponsoring nicht zu den Aktivitäten, wie wir derzeit entwickeln. Das bedeutet, dass wir uns auf das belgische Territorium konzentrieren wollen, während Club Brügge auch internationale Aktivitäten entwickelt. Und das passt nicht mehr zu unserer Philosophie.

Bei Club Brügge zeigte man Verständnis für die Entscheidung von Belfius, wie Vincent Mannaert, der Manager des Vereins sagt: "Eine langfristige Zusammenarbeit über mehr als 15 Jahre zwischen einem Fußballclub und einem Shirt-Sponsor ist außergewöhnlich. Die Zusammenarbeit verlief und verläuft ausgezeichnet und wir jaben jedes Verständnis für den Entschluss. (…) Wir werden uns mit Ruhe die Zeit nehmen, um einen neuen Shirt-Sponsor-Vertrag abschließen zu können."

Kunst unterm Hammer?

Der Kulturteil der flämischen Tageszeitung De Morgen meldet, dass sich Belfius auch von einem Teil der umfangreichen Kunstsammlung trennen will. Bei den zu veräußernden Kunstwerken handelt es sich offenbar um Werke, die vor 1830 entstanden sind. Belfius besitzt rund 4.500 Kunstwerke und diese Sammlung stellt die größte private Kollektion Belgiens dar. Darunter sind Werke von P.P. Rubens bis hin zu Luc Tuymans.

Die Werke der Alten Meister, die eventuell zum Verkauf stehen, sind keine Kleinigkeiten. Darunter sind zwei Gemälde, die Pieter Paul Rubens 1639 fertigte, nämlich Der Raub der Sabinerinnen und Die Versöhnung der Sabinerinnen mit den Römern. Rubens malte diese Gemälde im Auftrag des spanischen Königs. Die Originale wurden Raub der Flammen. Die Bilder aus der Belfius-Kollektion sind Vorprojekte und Studien. Beide Werke sind im Rubenshaus in Antwerpen (Foto) zu sehen, gehören aber, wie erwählt, zum Kultur-Patrimonium der Belfius-Bank.

Im Besitz der Bank sollen die Werke bleiben, die nach der belgischen Staatsgründung 1830 entstanden sind und die von belgischen Künstlern gefertigt wurden, so z.B. Rik Wouters, René Magritte, Luc Tuymans oder James Ensor. Belfius muss sparen, denn der Druck der Aktionäre seit dem Crash von Dexia 2008, ist groß.