EU-Bankenaufsicht: Belgien ist zufrieden

Nach Ansicht von Febelfin, dem Dachverband des Finanzsektors in Belgien, ist das EU-Abkommen zur Bankenaufsicht eine gute Sache. Michel Vermaercke, der Vorstandsvorsitzende von Felebfin, ist der Ansicht, dass das Abkommen dem europäischen Bankensektor wieder Vertrauen bringen wird.
Die EZB in Frankfurt

Die Finanzminister der 27 EU-Mitgliedstaaten haben sich in der Nacht zum Donnerstag auf eine Aufsicht über die Banken in der Eurozone verständigt. Ab März 2014 stehen die rund 150 bis 200 großen systemrelevanten europäischen Großbanken unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB).

Insgesamt sind in der Eurozone 6.000 Banken aktiv. In Belgien werden demnach ab 2014 vier Banken unter die Aufsicht der EZB gestellt: KBC, Belfius, BNP Paribas Fortis und ING. Doch im Notfall gilt dies auch für AXA Bank Europe und Argenta sowie für ausländische Banken, die wichtige Filialen in Belgien unterhalten.

Michel Vermaercke (kleines Foto), der Vorstandsvorsitzende des belgischen Finanzverbandes Febelfin sagte am Donnerstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass dadurch ein Vertrauen in das Bankenwesen entstehen wird, was helfen werde, die Finanzmärkte wieder zu stabilisieren: "Wir leben in einem europäischen Markt und es ist gut, dass die Kontrolle jetzt auch auf europäischer Ebene organisiert wird."

Vermaerke verwies dabei auch auf die Anstrengungen, die die belgischen Banken in den vergangenen Jahren auf eigenen Antrieb geleistet hätten, um wieder für Vertrauen am Markt zu sorgen: "Die Banken haben eine schwere Zeit durchgemacht. Es wurde hart gearbeitet, um sie wieder stabil und gesund zu machen. Sie haben in den letzten vier bis fünf Jahren ihr Vermögen um 20 % verstärkt und das Verhältnis zwischen eigenem und fremdem Vermögen um 40 % reduziert. Sie setzen sich zudem auch deutlich weniger dem Ausland aus und haben in den vergangenen Jahren 80 Milliarden € in die belgische Wirtschaft investiert."