Justiz untersucht Lumumba-Mord 1961

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Belgien hat grünes Licht für eine gerichtliche Untersuchung des Mordes am kongolesischen Premierminister Patrice Lumumba (Foto) im Jahr 1961 erhalten. Die Anklagekammer schließt nach neuesten Erkenntnissen nicht mehr aus, dass es sich bei dem Mord um ein Kriegsverbrechen handelt und diese Art Delikt verjährt in Belgien nicht.

Als der linke Nationalist Patrice Lumumba zum ersten Premierminister der von Belgien unabhängigen Kolonie Kongo wurde, herrschte in dem zentralafrikanischen Land ein bewaffneter Konflikt zwischen der kongolesischen Armee und den Separatisten in der an Rohstoffen reichen Provinz Katanga.

Nach dem Staatsstreich von Armeechef Mobutu, dem späteren Machthaber im Kongo, soll Lumumba nach seiner Verhaftung dfurch Rebellen verschleppt und unter undeutlichen Umständen umgebracht und dessen Leiche beseitigt worden sein.

Dieser Umstand sorgt dafür, dass der Mord an Lumumba, an dem katangesische Separatisten und belgische Militärs und Diplomaten beteiligt gewesen sein sollen, juristisch als Kriegsverbrechen angesehen werden kann.

Mehrere Söhne Lumumbas haben bei der belgischen Staatsanwaltschaft Klage eingereicht, was jetzt für entsprechende Ermittlungen sorgt und ein Verfahren nach sich ziehen kann. Noch leben einige Zeitzeugen und auch einige der Verdächtigen von damals.