Eine Plattform für alle Nachrichtenseiten

Die belgischen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage haben sich auf die Einrichtung einer einheitlichen Nutzerplattform geeinigt, um die Leser für ihre Online-Nachrichtenangebote zahlen zu lassen. Wie viel Gebühr für welche Nachrichten erhoben werden, liegt aber im Ermessen jedes einzelnen Herausgebers.

Alle Verlage und Herausgeber von Tageszeitungen oder Zeitschriften in Belgien haben sich für die Einrichtung dieser einheitlichen Nutzerplattform geeinigt. Das Projekt soll Media ID genannt werden und stellt ein einheitliches Online-Registrier- und Bezahlsystem dar. Damit soll möglich werden, die Nutzergewohnheiten zu analysieren, um entsprechende Leserprofile zu erstellen, die die Nutzer auf allen Nachrichtenseiten anwenden können.

Das bedeutet im Klartext, dass sich die Nutzer und Leser über ein einziges Passwort in alle Nachrichtenseiten aller Zeitungen und Magazine einloggen können, um Artikel und andere Angebote zu konsultieren. Teilbereiche dieser Seiten werden allerdings zu Bezahlseiten werden, wobei die Gebühren jeweils im Ermessen der einzelnen Verlage oder Redaktionen liegen.

Yves Desmet, der Chefredakteur der flämischen Tageszeitung De Morgen, erwartet ein einfach zu nutzendes System: "Das Ziel ist, eine größtmögliche Nutzerfreundlichkeit zu bieten."

Vor dem Lancieren des Projektes Media ID werden die Verlage eine gemeinsame Kooperative Gründen, bei der jeder zu gleichen Teilen Anteilseigner ist: De Persgroep (De Morgen, Het Laatste Nieuws, de Volkskrant), Corelio (De Standaard, Het Nieuwsblad), Concentra (Gazet van Antwerpen, Het Belang van Limburg), Mediafin (De Tijd, L’Echo), Sanoma (Story, Flair), Roularta (Knack, Trends, Tendences), Rossel (Le Soir, Grenzecho) und IPM (La Libre Belgique, La Dernière Heure). Das flämische Wirtschaftsblatt De Tijd hat bereits vor zwei Jahren damit begonnen, erfolgreich einen Teilbereich des Online-Nachrichtenangebots kostenpflichtig zu gestalten.

Andere Mediengruppen, wie De Vijver Media, wo private TV-Anstalten, Produktionsfirmen und Zeitschriften vereinigt sind, prüfen eine Teilnahme an dem Projekt. Im April 2013 soll das System Media ID getestet werden und im September 2013 hofft man, das Angebot lancieren zu können.

Und die VRT?

Unser Haus, der öffentlich-rechtliche Rundfunk des belgischen Bundeslandes Flandern, VRT, ist ebenfalls interessiert, will jedoch sein über Steuergelder finanziertes Online-Nachrichtenangebot weiter kostenlos konsultieren lassen.