Ford-Direktion fordert eine Schlichtung

Die Direktion des Ford-Werks in Genk in Limburg fordert nach den am Donnerstag gescheiterten ersten Gesprächen mit den Gewerkschaften die Einsetzung eines Schlichters. Die Gewerkschaften bedauern, dass schon jetzt eine Schlichtung die Sozialverhandlungen übernehmen soll.

Die Sozialverhandlungen zur Schließung des belgischen Ford-Werks im limburgischen Genk sind festgefahren. Erste Gespräche in dieser Woche verliefen ergebnislos und vor Weihnachten wird die Produktion wohl nicht mehr anlaufen. Zudem verhindern die Gewerkschaften weiter, dass fertig gebaute Autos das Werk verlassen und sie weigern sich auch, Bauteile an andere europäische Ford-Werke weiterzugeben.

Doch dass die Direktion des Ende 2014 zu schließenden Werks schon jetzt auf einen Schlichter zurückgreifen will, um die Gespräche wieder in Gang zu bringen, bedauern die Gewerkschaften. Gert Steegmans vom liberalen Gewerkschaftsbund ACLVB zeigte sich am Freitagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion enttäuscht:

"Ja, ich bedauere das in der Tat. Wir haben gestern die ersten echten Gespräche geführt. Die haben sehr lange gedauert und man kam erst am Ende der Versammlung mit einem konkreten Vorschlag, den wir allerdings als unzureichend abgelehnt haben. Und dann direkt zu sagen, 'OK, alles sitzt fest, also muss geschlichtet werden'‘, scheint mir doch etwas zu knapp bemessen. Aber wenn sie keine weiteren Gespräche auf die normale Art und Weise mehr wollen, dann müssen wir eben die Schlichtung abwarten."

Eine erste Schlichtungsrunde könnte bereits am kommenden Dienstag in Angriff genommen werden, war am Freitag aus Gewerkschaftskreisen zu vernehmen.