Das Wort des Jahres lautet "frietchinees"

Die Freunde der niederländischen Sprache in Flandern und in den Niederlanden haben ihr Wort des Jahres 2012 gewählt. Dieses Jahr fiel die Wahl auf das Wort "frietchinees". Dieses Wort ist bezeichnend für die Tatsache, dass immer mehr hiesige Frittenbuden-Betreiber aufgeben und ihr Geschäft an ausländische Mitbürger weitergeben.

Rund 20.000 Sprachliebhaber aus den Niederlanden und aus dem belgischen Bundesland Flandern haben sich an der Umfrage zur Suche des Wortes des Jahres beteiligt. Organisiert wird die Suche nach dem Wort des Jahres vom Verlag Van Daele, ein Herausgeber von wichtigen Wörterbüchern und linguistischen Nachschlagewerken.

Bei der Suche nach dem Wort des Jahres wird sehr genau auf die Aktualität und auf die Tatsache, dass sich der Sprachgebrauch nach dieser Aktualität richtet und dabei gleich neue Ausdrücke erfindet."Frietchinees" steht also für einen aus China stammenden Betreiber einer Frittenbude. Dieses Wort wollten 35 % der an der Umfrage beteiligten Flamen als das Wort des Jahres sehen. Unser Foto zeigt symbolisch ein junges chinesisches Ehepaar, das dieses Jahr den Preis für die beste Fritüre des Jahres erhielt.

Auf Platz 2 steht in Flandern das Wort "miserietax", das in einer politischen Diskussion im Mittelpunkt für eine Steuer auf Ehescheidungen stand, die aber letztendlich nicht kommen wird. Dritter auf dem Podium des Wortes des Jahres in Flandern ist der Ausdruck "anticoalitie". Damit wurden nach den Kommunalwahlen in Belgien im Oktober 2012 Koalitionsverhandlungen bezeichnet, bei denen Mehrheiten gegen die Wahlsiegerpartei N-VA gebildet werden sollten und auch mancherorts wurden.

In den Niederlanden wurde "Project X-feest" das Wort des Jahres. Dieses Wort ist wird aus einem Filmtitel abgeleitet und steht für Partys, die über soziale Netzwerke, wie Facebook oder Twitter angekündigt werden und völlig aus dem Ruder laufen. In den Niederlanden hatten dieses Jahr hunderte feiernde Jugendliche in einer Kleinstadt Millionenschäden angerichtet.