Wie geht es den Landwirten in Flandern?

"Ein Landwirt arbeitet hart, verdient wenig, klagt aber deutlich weniger, als noch vor 10 Jahren." Dies ist, nach Ansicht einer Imageumfrage des Flämischen Infozentrums für Landwirtschaft und Gartenbau, die landläufige Auffassung der Flamen gegenüber ihren Bauern.

Das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT) untersucht alle fünf Jahre die Perzeption der Bevölkerung in Bezug auf die Landwirte im Bundesland. Daraus wurde dieses Jahr deutlich, dass das Image der Landwirte in Flandern eigentlich immer positiver wird.

Zwar hat jeder Flame weiterhin das Bild des stets klagenden Bauern vor Augen, doch dieses Bild ist heute deutlich weniger ausgeprägt, als noch vor 10 oder 15 Jahren.

Hunderte Traktoren, die das Europaviertel in Brüssel lahmlegen und tausende Liter vor Wut weggeschüttete Liter Milch haben in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass die Meinung vorherrscht, die Landwirte seien emsig arbeitende Landsleute, die allerdings kaum noch etwas verdienen. Rund die Hälfte der befragten Flamen ist der Ansicht, dass die Bauern hierzulande keine ehrlichen Preise mehr für ihre Erzeugnisse erzielen können.

Auffallend ist in der jüngsten VILT-Umfrage auch, dass die biologische Landwirtschaft in Flandern nicht wirklich als besser oder gesünder angesehen wird, als die herkömmliche Herangehensweise der Bauern. Nach Ansicht von VILT liegt das daran, dass die traditionellen Landwirte mittlerweile ebenfalls einiges auf die Beine gestellt haben, um den Ansprüchen der Kundschaft, die saubere und umweltfreundliche Produkte wünscht, entsprechen zu können.

Die Ansicht, dass die gesamte Landwirtschaft in Flandern auf Bio umschalten soll, verliert denn auch an Terrain. Aber, für die Verbraucher bleibt die Lebensmittelsicherheit ein wichtiges Thema, genauso, wie die Verschwendung. Zum Beispiel sind neun von 10 Befragten dagegen, dass Obst und Gemüse oder andere Lebensmittel im Einzelhandel weggeworfen werden, damit nur tagesfrische sowie schön und sauber aussehende Produkte in den Auslagen bleiben, um Kunden anzulocken.