Reynders trifft von Interpol gesuchten Prinzen

Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR) hat sich bei seinem Besuch in Saudi-Arabien mit Prinz Nayef al-Shaalaan getroffen. Doch das informelle Treffen wurde von der Tatsache überschattet, dass Interpol diesen Prinzen sucht, weil er in Frankreich zu 10 Jahren Haft wegen eines Drogendeliktes verurteilt wurde. Doch der Prinz wurde niemals ausgeliefert.

Der belgische Außenminister schloss seinen Besuch in Saudi-Arabien mit einem informellen Treffen mit Prinz Nayef al-Shaalaan und dessen Zwillingsbruder Saud ab. Bei dem Gespräch ging es in erster Linie um das Thema Syrien. Den Abschluss der Visite brachte eine Fotosession des Ministers mit den beiden Prinzen und deren Haustier, einem Jagdleopard.

Doch der Besuch von Reynders bei Prinz Nayef al-Shaalaan ist international umstritten, denn dieser Mann wird von Interpol gesucht. Ein französisches Gericht verurteilte Prinz Nayef al-Shaalaan 2007 zu 10 Jahren Haft für seine Rolle in einem Fall von Kokainschmuggel mit einem diplomatischen Flugzeug. Der Prinz trat seine Haft bisher nicht an, weil zwischen Frankreich und Saudi-Arabien kein entsprechendes Auslieferungsabkommen vereinbart wurde. Doch steht der Prinz nicht nur auf der Interpol-Fahndungsliste wegen seiner Verurteilung in Frankreich. Auch die USA wollen ihn wegen diverser Delikte vor Gericht stellen.

Außenminister Reynders gab danach zu erkennen, er habe nichts davon gewusst, dass Prinz Nayef al-Shaalaan international von der Justiz gesucht werde: "Hätte ich es gewusst, dann hätte ich es nicht getan." Und doch nannte Reynders das Gespräch nützlich, denn die Prinzenbrüder gaben an, in täglichem Kontakt mit der Opposition in Syrien zu stehen. Dies sei eine gänzlich andere Vorgehensweise, die die des saudischen Kronprinzen, so Reynders abschließend.