Autofabriken in Belgien produzieren so wenig wie nie

In den drei Autofabriken in Belgien sind in diesem Jahr zusammen 507.576 Autos vom Band gerollt. Das gab der belgische Verband der technischen Industrie Agoria bekannt. Das sind 9,86 Prozent weniger als im letzten Jahr. Die Produktion bricht damit den Rekord des niedrigsten Standes überhaupt.

Audi Brüssel produzierte 122.840 Fahrzeuge. Das ist eine Zunahme um 4 Prozent. Bei Volvo Cars Gent ging die Produktion um 3,2 Prozent auf 258.071 zurück. Ford Genk sah seine Herstellung um 29 Prozent auf 126.665 Autos sinken.

Die Zahlen zeigen, dass sich die Autoherstellung innerhalb von zehn Jahren so gut wie halbiert hat. 2002 betrug die Produktion noch 1.036.800 Autos. 2011 ist Opel Antwerpen weggefallen, aber auch in Genk und Vorst (damals noch VW) wurden einst  deutlich mehr Fahrzeuge produziert. Die Zahlen für 2012 sind deshalb auch die niedrigsten seit sehr langer Zeit.

Das Jahr 2012 und seine Ankündigung der Schließung von Ford Genk geht bereits als schwarzes Jahr in die Geschichte der Autoproduktion hierzulande ein.  

Agoria warnt auch vor einem schwierigen Jahr 2013. Die sozialen Folgen der Schließung von Ford würden spürbar, aber auch das niedrige Konsumentenvertrauen und der Rückgang des Autoverkaufs würden die Herstellungsperspektiven von 2013 dämpfen, so Agoria.

"2013 wird ein schwieriges Jahr. Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr eine leichte Erholung der allgemeinen Wirtschaftssituation, vor allem in Europa, notieren können. Zum Glück können Volvo und Audi von einigen Modellen profitieren, die auf den entfernten Exportmärkten gut abschneiden. Die Situation in Europa bleibt aber weiterhin schwierig. Der Autoverkauf ist ein sehr guter Gradmesser des Konsumentenvertrauens. Solange das Konsumentenvertrauen nicht besser wird, wird der Autoverkauf niedrig bleiben und die Produktionszahlen drücken", sagt Bert Mons, der Direktor des Fahrzeugsektors bei Agoria.