Jüdische Schule gezwungen, auch Jungen aufzunehmen

Eine jüdische Schule in Antwerpen, die ausschließlich Mädchen aufnimmt, wurde vom Richter verpflichtet, auch Jungen zuzulassen. Falls die Schule sich dem Urteil des Richters widersetzt, muss sie 1.000 euro Strafe für jedes Kind pro Tag bezahlen. Die ultraorthodoxe Schule hat wie sie selbst betont, nicht die nötige Infrastruktur, um Jungen aufzunehmen.

Das Gericht hat in einem Eilverfahren entschieden, dass eine ultraorthodoxe Mädchenschule eine jüdische Familie mit 3 Kindern, darunter 2 Jungen annehmen muss. Falls sich die Schule weiterhin weigert und dies innerhalb von fünf Tagen nicht ändert, müsse sie eine Strafe von 1.000 Euro pro Kind und Tag bezahlen.

Besagte Schule habe keine Infrastruktur für Jungen, heißt es. So gebe es in der Schule keine separaten Toiletten, kein männliches Lehrpersonal  usw. Die Schule könne wie sie selbst sagt, die nötigen Veränderungen nicht so schnell durchführen.

Da die flämische Gemeinschaft die Schulen subventioniert, müsse sich die Schule laut Richter an die Vorschriften halten. Zuvor hatte der Ausschuss für Schülerrechte dem zuständigen Minister Pascal Smet (SP.A) die Empfehlung ausgesprochen, die Zuschüsse der Schule wieder einzuziehen, falls die Schule die Anmeldung der Kinder verweigere.

Die Schule entscheidet nächste Woche, ob sie in Berufung geht.