Kapitalaufstockung von Dexia mit Mehrheit verabschiedet

21/12/2012 - Die Kapitalaufstockung der Restbank Dexia ist am Freitag mit einer überwiegenden Mehrheit von 99,4 Prozent der Stimmen angenommen worden. Für die Zustimmung der Kapitalerhöhung war 75 Prozent der Stimmen nötig. Auf der außerordentlichen Aktionärsversammlung ergriffen verschiedene Kleinaktionäre das Wort, um für Gegenstimmen zu werben. Ihre Bemühungen waren jedoch vergeblich. Die Versammlung wurde in aller Ruhe beendet.

Die Kleinaktionäre, die zur Versammlung über die Kapitalaufstockung von Dexia gekommen waren, waren nicht zahlreich, aber kampfeslustig. Sie sind sauer, weil sie schon wieder Geld verloren haben.

“Wir haben mit Fortis Miese gemacht und jetzt riskieren wir schon wieder Verluste. Wir haben unser Gespartes dort hineingesteckt. Das ist eine Schande”, erzählte ein Kleinaktionär vor der Versammlung. Ein anderer betonte: “Bei mir sind rund 100.000 Euro futsch. Jedes Mal haben sie gesagt, dass sich der Kurs erholen würde oder nur ein bisschen Verlust mache. Aber jedes Mal fiel die Aktie, und man hat uns falsche Informationen gegeben."

Auch einige Bürgermeister aus Frankreich sind sauer wegen der faulen Kredite, die ihnen Dexia aufgehalst hat. Zwei von ihnen waren deshalb extra nach Brüssel gekommen: “Vor ein paar Tagen sind wir als Privatpersonen Aktionäre von Dexia geworden. Warum? Weil Dexia den französischen Gemeinden faule Kredite verkauft hat."

Die Proteste haben nichts genutzt. Am Freitagnachmittag mussten sich die Anteilseigner über das Kapital einig werden, das Belgien und Frankreich in Dexia stecken sollen, um die Restbank auf eine ordentliche Art und Weise zu Ende gehen zu lassen. Sie haben sich mit großer Mehrheit für eine Kapitalaufstockung entschieden.

Durch diese Erhöhung sehen die Kleinaktionäre ihre Interessen schwinden. Mit der Verabschiedung der Kapitalerhöhung sind die Aktionäre de facto mit einer Enteignung einverstanden. Künftig werden die beiden Regierungen nämlich, also die belgische und die französische Regierung, 95 Prozent des Dexia-Kapitals kontrollieren. Eine Dexia-Bank-Aktie ist dann nichts mehr wert.

Die Kapitalerhöhung um 5,5 Milliarden Euro sei laut der Dexia-Leitung jedoch nötig gewesen, um ein Katastrophenszenario für das gesamte Finanzsystem in Europa zu vermeiden. Alle Punkte wurden deshalb mit breiter Mehrheit verabschiedet. Auch die Ernennung von Karel De Boeck (Foto) als Chef (95,88 Prozent) wurde damit angenommen.