"Arnault beim Steueramt in Frankreich angeben"

"Wenn es stimmt, dass Arnault in Belgien mit Briefkästenfirmen arbeitet, müssen wir das dem französischen Steueramt melden", sagte der belgische Staatssekretär für Betrugsbekämpfung John Crombez (SP.A) in der Zeitung De Tijd.

Die Wirtschaftszeitung De Tijd had herausgefunden, dass Arnault seit Jahren neue Geschäfte an einer belgischen Postfachadresse im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek ansiedelt. Dadurch kann Arnault von der günstigen steuerlichen Regelung für die Erträge von Wertpapieren profitieren.

Durch seine Briefkästenfirmen in Belgien konnte der Luxuskonzern VVMH von Arnault hunderte Millionen Euro an Steuern sparen.

Es handele sich jedoch nicht um "Betrug" im eigentlichen Sinne, betonte Crombez (kl. Foto).

Auch Paul Magnette, Minister der französischsprachigen sozialistischen Partei (PS) reagierte abweisend auf Arnaults Absicht, sich in Belgien niederzulassen: "Als Europäer bin ich nicht stolz, wenn sich reiche Franzosen hier ansiedeln, als sei Belgien ein Steuerparadies für die Reichen."

Außenminister Steven Vanackere (CD&V) wiederum sagte, er gebe lieber keinen Kommentar zu einem einzelnen Dossier. Er schließt gemeinsame Überlegungen mit Frankreich nicht aus, aber Ziel sei sicher nicht, plötzlich die belgische Steuergesetzgebung anzupassen.

Antrag auf belgische Staatsbürgerschaft vorerst abgelehnt

Vor Kurzem hatte das Ausländeramt entschieden, dass der Franzose Bernard Arnault vorerst kein Belgier werden könne. Der reichste Mann Europas ist vor drei Monaten von Frankreich nach Belgien gezogen. Laut dem Ausländeramt sei Arnault noch nicht lange genug in unserem Land, um auch die belgische Staatsangehörigkeit annehmen zu können.