“Niederländisch ist der Schlüssel zu einem Job”

Der Vorsitzende der flämisch nationalistischen Partei N-VA, Bart De Wever, wurde Freitag als Bürgermeister von Antwerpen vereidigt. Auf den Tag genau an seinem 42. Geburtstag. Sein Amt nimmt er am 1. Januar auf. Flandersnews.be Kollege Colin Clapson befragte ihn zu den Änderungen, die er in der Scheldemetropole herbeiführen will.

Bart De Wever: „Die Antwerpener werden sehen, dass die Mobilitätsprobleme in der Stadt endlich gelöst werden. Damit die Stadt noch Lebensqualität hat, müssen wir auch die großen Straßeninfrastrukturprobleme rund um Antwerpen anpacken.“

„Außerdem müssen wir das Bevölkerungswachstum und seine Folgen in den Griff kriegen, damit alte und junge Leute sich in der Stadt zu Hause fühlen. Wir müssen mehr Schulen und mehr Kinderkrippen einrichten. Aber dafür werden wir eine geteilte Verantwortung gegenüber der Stadt, mit Rechten und mit Pflichten, durchsetzen. Wenn wir das schaffen, wird es ein Erfolg.“
 

Sie wollen die Stadt verändern, aber ihre finanziellen Mittel sind beschränkt. Wird es ihnen gelingen, diese vielen Änderungen umzusetzen?

Bart De Wever: „In unserem Koalitionsabkommen haben wir die finanzielle Realität berücksichtigt und insbesondere keine neuen Steuern erhoben. Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Stadt wurden unsere Ambitionen mit der realen Finanzlage während der Verhandlungsphase konfrontiert."


"Auf alle Fälle müssen wir sowohl bei der Stadt als beim ÖSHZ mehr die wesentlichen Herausforderungen ins Auge fassen und uns entscheiden.“
 

Eines Ihrer Hauptziele ist, dass alle Einwohner von Antwerpen ausreichend Niederländisch sprechen. Wie wollen Sie das bewerkstelligen?

Bart De Wever: „Niederländisch ist der Schlüssel, um in Antwerpen Arbeit zu finden. Zusammen mit der flämischen Regierung muss die Stadt genügend Niederländischkurse anbieten. Wer bei der Stadt Sozialhilfe beantragt, muss sich bereit zeigen, die Sprache zu lernen."

"Sie werden nicht bestraft, wenn Sie im Vorfeld kein Niederländisch sprechen. Insofern aber Niederländischkurse in Ihrem sozialen Umfeld stattfinden und Sie sich weigern hinzugehen, werden Sanktionen getroffen. Wer nichts tut, kriegt auch nichts.“
 

In Belgien sind Sie der bekannteste flämische Nationalist. Im Ausland kann man den flämischen Nationalismus nicht immer verstehen. Wird Antwerpen sich nach Ihrer Wahl zum Bürgermeister zurückziehen? Wird die Stadt sich gegenüber der Außenwelt weniger offen zeigen als in der Vergangenheit?

Bart De Wever: „Als in der Vergangenheit? Sie scherzen. Mehrere hohe Persönlichkeiten aus Antwerpen, die wissen, worüber sie sprechen, haben mir gesagt, dass die internationalen Beziehungen der Stadt in der Vergangenheit nie wirklich entwickelt worden sind."

"Ich kann Ihnen versichern, dass ich internationale Kontakte stets gepflegt habe. Sogar während der Wahlkampagne war ich bei Boris Johnson in London zu Besuch. Und ich kann Ihnen sagen, dass ich sehr viel in die internationale Bestimmung von Antwerpen investieren werde."