Hausverbot nach häuslicher Gewalt

Ab dem 1. Januar 2013 können die Täter von häuslicher Gewalt gegen ihre Lebenspartner oder ihre Kinder in Belgien gerichtlich zu einem zeitweiligen Hausverbot verurteilt werden. Dieses neue Gesetz soll die Opfer von häuslicher Gewalt besser schützen.

Viel zu oft trauen sich die Opfer von Gewalt in den eigenen vier Wänden nicht, etwas gegen ihre Peiniger zu unternehmen oder gar Klage einzureichen. Durch das neue Gesetz, das am 1. Januar 2013 in Kraft treten wird, können Richter oder Staatsanwälte gegen die Täter ein Hausverbot für deren eigene Wohnung verhängen und dies schon nach entsprechenden Informationen von Seiten der Polizei.

Stets ist die Polizei als erster an einem Tatort häuslicher Gewalt. Entweder weil sie von den Opfern selbst gerufen wurden oder von Anwohnern oder Nachbarn, die die Polizei bei verdächtigen Vorgängen alarmieren. In einer ersten Stufe, d.h. vor einem eigentlichen Verfahren, kann den entsprechenden Tätern für die Dauer von mindestens 10 Tagen der Zugang zur eigenen Wohnung gerichtlich verwehrt werden. Während dieser Zeitspanne dürfen diese Personen auch keinen Kontakt zu ihren Opfern aufnehmen, um diese nicht unter Druck zu setzen. Auf diese Weise werden die Opfer von häuslicher Gewalt und die indirekt betroffenen weiteren Familienangehörigen besser beschützt.

Bisher war eher das Gegenteil der Fall. Meist mussten die misshandelten Opfer selbst von zuhause weglaufen, um ihrem Peiniger zu entgehen. Die direkten Opfer wurden dann in so genannten Flucht- oder Frauenhäuser untergebracht und die Kinder in entsprechenden Heimen.