Immer mehr Flamen leben in Armut

Die Zahl derer, die im belgischen Bundesland Flandern in Armut leben müssen, ist im zu Ende gehenden Jahr wieder deutlich angestiegen. Nach Berechnungen verschiedener Armutsverbände in Flandern stieg die Zahl der Hilfegesuche von in Not geratenen Menschen 2012 hier um rund 30 %.

Die Krise trifft deutlich auch im eher reicheren Teil Europas immer mehr Menschen, so auch im belgischen Bundesland Flandern. Bei der Hilfsvereinigung Dakant vzw. in Antwerpen haben im ausgehenden Jahr wöchentlich etwa 600 Menschen oder Haushalte Lebensmittelpakete abgeholt. In den Jahren zuvor waren dies nur etwa 300 pro Woche, hieß es bei den Verantwortlichen der Vereinigung.

Das Flämische Netzwerk gegen Armut, ein Dachverband von 55 Vereinigungen und Verbänden, stellt einen Anstieg, je nach Region, um 25 bis 30 % der Anfragen von Bedürftigen im Bundesland fest. Manchmal seien es nur Personen, die einmal pro Woche eine warme Mahlzeit einnehmen würden oder die einmal ihre Kleidung waschen lassen wollen. Doch auch die Zahl der Personen, die helfen wollen, weil die Armut lokal zu offensichtlich wird, steigt und dementsprechende Anfragen, um Projekte auf die Beine zu stellen, ebenfalls, so ein Sprecher des Netzwerks.

In erster Linie scheinen alleinstehende junge Leute und alleinerziehende Frauen oft um Hilfe bitten zu müssen. Dabei ist die Krise die Hauptursache, doch die Armutsverbände geben auch an, dass viele Menschen durch die schlechte Arbeit der Bundes- oder der Landesregierung durch das Raster fallen.

Netzwerk-Koordinator Frederic Vanhauwaert sagte dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „Die Politik hat nicht die richtigen Entscheidungen getroffen, als es der Wirtschaft noch gut ging. Dadurch stehen wir in schwierigeren Zeiten unter Druck. Eigentlich brauchen wir strukturelle Maßnahmen oder wir können als Hilfsverband ebenfalls nicht mehr überleben.“