Flugbehörden werfen ein Auge auf Ryanair

Die Generaldirektion der Luftfahrt in Belgien bestätigte Berichte, nach denen sie bereits seit geraumer Zeit den Tankinhalt von Maschinen des irischen Billigfliegers Ryanair kontrolliert. Ryanair-Piloten hatten anonym im niederländischen Fernsehen angegeben, dass sie unter Druck stehen und nur ein Minimum an Treibstoff tanken und verbrauchen dürfen. Dies führe früher oder später zu Sicherheitsproblemen.

In dieser Woche hatten mehrere Ryanair-Piloten anonym gegenüber der niederländischen TV-Sendung „KRO reporter“ angegeben, unter enormem Druck von Seiten ihres Arbeitgebers zu stehen. Sie dürfen nur ein absolutes Minimum an Treibstoff verbrauchen, um so Kosten zu sparen und die Flugpreise günstig zu halten. Dabei starten sie auch mit nur gering gefülltem Treibstofftank.

Offenbar spart Ryanair, Europas größter und günstigster Billigflieger, wo er nur kann an Kosten. Vor einigen Monaten allerdings kam es an einem spanischen Charterflughafen an einem Tag zu gleich drei Vorfällen, bei denen Ryanair-Maschinen Notlandungen durchführen mussten, da ihnen in der Warteschleife vor der Landung der Treibstoff auszugehen drohte. Dieser Vorfall hat Flugbehörden in ganz Europa aufhorchen lassen.

Diese Vorfälle haben die belgische Generaldirektion der Luftfahrt, wie jetzt im Zuge der niederländischen TV-Sendung bekannt wurde, schon damals dazu übergehen lassen, Ryanair an belgischen Flughäfen dahingehend zu überprüfen, ob sie ausreichend Treibstoff an Bord haben, um ihren Flug inklusive Reserveration in aller Sicherheit durchführen zu können. Allerdings, so ein Sprecher der Behörde, seien dabei keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden.

Kein Problem am Ryanair-Standort Charleroi

David Gering, Sprecher des Charterflughafens von Charleroi, der wichtigste Standort von Ryanair in Belgien und ehemaliger kaufmännischer Leiter von Ryanair-Benelux, gab gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion an, es dort bisher zu keinem entsprechenden Problem gekommen ist:

„Ryanair ist eine der sichersten Fluggesellschaften in ganz Europa. Wir sehen keinen Grund, Schritte zu unternehmen. Wir wissen nichts davon, und das scheint mir absolut logisch, dass Piloten darum gebeten werden, ihr Flugzeug so günstig zu betanken, wie möglich. Wenn darum gebeten wird, keine überflüssigen Dinge mit an Bord zu nehmen, auch wenn es sich dabei um Treibstoff handelt, ist das ein gutes Recht der Fluggesellschaften.“