Van Rompuy warnt Briten vor EU-Austritt

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy (Foto) hat die Briten in einem Gespräch mit der Londoner Tageszeitung The Guardian davor gewarnt, die Europäische Union zu verlassen. Der belgische Ex-Premier sagte aber auch, dass Europa bei einem solchen Schritt einen Freund verlieren würde.

The Guardian hatte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy dazu eingeladen, zum Anlass des 40. Jahrestages des Beitritts Großbritanniens zur Europäischen Union am 1. Januar 1973, ein paar Worte zu sagen.

Der belgische Ex-Premier nutzte diese Gelegenheit dazu, die Briten vor einem Austritt aus der Union zu warnen, denn in Großbritannien, und besonders bei der derzeitigen konservativen Mehrheit im britischen Parlament, werden stets mehr Stimmen laut, diesen Schritt zu wagen.

Premier David Cameron (Foto) lässt überdies kaum eine Gelegenheit aus, der EU Knüppel zwischen die Beine zu werfen. So stemmt sich Tory Cameron vehement gegen einen Finanzplan für die Europäische Union bis 2020 und er verlangt nicht erst seit gestern die Rückübertragung von Kompetenzen der EU an die Mitgliedsstaaten, wozu er Neuverhandlungen der Verträge einfordert.

Van Rompuy warnte vor einem Auseinanderbrechen der Union und des gemeinsamen Marktes, wenn sich ein Mitgliedsstaat lediglich „die Rosinen herauspicke, die ihn am meisten interessieren“ und bei den Bereichen, die ihm am wenigsten zusagen, nicht mitmachen wolle.

EU-Präsident Van Rompuy sagte gegenüber The Guardian auch, dass die EU „einen Freund in die Wüste ziehen sehe“ und ein geschätztes und einflussreiches Mitgliedsland verlieren würde. Großbritannien habe als große Handelsnation allen Grund dazu, am Erfolg der EU teilzuhaben, denn Europa sorge für sichere Strukturen und biete Lösungen in der Organisation der wechselseitigen Abhängigkeiten. Eigentlich, so Van Rompuy, sei Großbritanniens Beitrag dazu größer, als das Land manchmal selbst bemerke.