In jeder 2. Kirche ist Sonntags noch Messe

Die Mehrzahl der Kirchen in Flandern werden als solche noch stets genutzt. Sie sind auch in gutem Zustand. So wird noch in der Hälfte aller Pfarrkirchen in Flandern wöchentlich eine Sonntagsmesse abgehalten. Das geht aus einer Umfrage bei allen Kirchenvorständen in Flandern hervor. Der Minister für das Kulturerbe, Geert Bourgeois (N-VA), hatte die Studie in Auftrag gegeben hat.

Häufig entsteht der Eindruck, dass die Kirchen hierzulande nicht mehr genutzt werden. Dieser Eindruck trüge jedoch, betont Jan Jaspers vom Zentrum für religiöse Kunst und Kultur, das die Umfrage durchführte.

"Früher war die Kirche stets offen und man konnte jederzeit ein und aus gehen. Um Diebstähle zu vermeiden, hat man sich entschieden, die Kirchen nur noch zum Zeitpunkt der Messen zu öffnen. Damit entsteht natürlich der Eindruck, dass die Kirchen zu sind und leer stehen, was nicht der Fall ist."

In insgesamt 97 Prozent der Kirchen werden noch Gottesdienste abgehalten. In fast jeder zweiten Kirche (49 Prozent) wird sogar jeden Sonntag eine Messe gelesen. In 91 Prozent der Kirchen finden Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen statt.

Eine weitere Feststellung, die durch die Umfrage gemacht wurde, ist übrigens, dass die Kirchen wegen der geringeren Zahl an Besuchern auch weniger Zuwendungen erhalten und dass deshalb die Gemeinden stets mehr Schwierigkeiten haben, die Rechnungen für den Unterhalt der Gotteshäuser zu bezahlen.

Trotzdem sind nur 3 Prozent der Kirchen in schlechtem Zustand. In 75 Prozent der Kirchen finden übrigens außer Messen auch Konzerte, Ausstellungen und Vorträge statt.

In 3 Prozent der Kirchen finden andere Messen als römisch-katholische statt und in 6 Prozent finden nicht religiöse Veranstaltungen statt. Eine Zweckentfremdung der Kirchengebäude hat sich in Flandern also offenbar noch nicht eingebürgert. Im letzten Jahrzehnt wurden 20 Kirchen umfunktioniert. Das sind viel weniger als in unseren Nachbarländern.