Was verändert sich 2013?

Auch im neuen Jahr 2013 wird sich wieder einiges für uns verändern. So treten ab dem 1. Januar mehrere neue Gesetze in Kraft. 2013 wird zudem vieles teurer, einiges besser, anderes schlechter und manches sinnvoller geregelt. Und in einigen Bereichen werden wir sogar von Preissenkungen profitieren können.

Länger arbeiten

Das Eintrittsalter für den Vorruhestand wird von 60 auf 60,5 Jahre angehoben. Anstelle einer 35-jährigen Laufbahn müssen wir künftig 38 Arbeitsjahre vorweisen können und Frührente gibt es nicht schon ab 52 Jahre, sondern erst ab 55 Jahre.

Über 55-Jährige, die arbeitslos sind und nicht auf Jobangebote reagieren, riskieren, dass ihnen das Arbeitslosengeld gestrichen wird.

Belgier werden wird schwieriger

Wer die belgische Staatsangehörigkeit annehmen möchte, muss fünf Jahre lang in unserem Land gelebt haben. Außerdem müssen die Anwärter der belgischen Staatsangehörigkeit künftig nachweisen können, dass sie eine der drei Landessprachen (Deutsch, Niederländisch oder Französisch) sprechen, sozial integriert sind und sich wirtschaftlich an unserer Gesellschaft beteiligen.

Wer bereits seit zehn Jahren hier lebt, für den sind die Voraussetzungen etwas flexibler.

Lohnanpassungen

Die Löhne von gut 800.000 Belgiern werden ab 1. Januar 2013 an die Preisentwicklung angepasst. Besagte Belgier sehen ihre Löhne um 2,35 Prozent steigen.

Gratis Ohrenstöpsel

Die Vorschriften zum Lärmschutz für Konzertveranstaltungen, Kneipen und Festversammlungen werden verschärft. Die Strafen bei Verstoß gegen die Vorschriften werden teurer.

Wollen Konzert- und Festivalveranstalter bis auf 100 Dezibel aufdrehen, müssen sie kostenlos Ohrenstöpsel verteilen.

Teurere Preise

Dienstleistungsschecks werden 2013 teurer. Satt der bislang 7,50 Euro bezahlen wir im neuen Jahr 8,50 Euro für einen Scheck, mit dem wir unsere vom belgischen Staat subventionierte Haushaltshilfe entlohnen.

Außerdem wird ein Päckchen Zigaretten oder Drehtabak 20 Cent teurer. Eine Flasche Wein kostet ab dem heutigen 1. Januar rund 4 Cent mehr und für hochprozentige Getränke müssen wir künftig 71 Cent mehr bezahlen.

Zwar wird die Biersteuer nicht erhöht, aber die Produkte der Brauerei AB Inbev erhöhen sich im Ladenverkauf um knapp 4 Prozent.

In gut der Hälfte der flämischen Kommunen wird Leitungswasser 5 bis 8 Euro im Jahr teurer.

Zugabonnements werden schließlich ebenfalls teurer und zwar um 1,32 Prozent.

Auch Briefmarken kosten mehr im neuen Jahr. Ein Standardbrief mit Adressat in Belgien kostet 0,67 Euro bei Kauf einer Mindestanzahl von 10 Briefmarken. Das ist eine Preiserhöhung um 3 Prozent im Vergleich zum bisherigen Preis. Ein Standardbrief mit Adressat in Europa kostet von nun ab 1,03 Euro, also 4 Cent mehr als bislang. Ein Standardbrief mit einem Adressaten außerhalb Europas kostet 1,24 Euro, also 5 Cent mehr als bislang. Diese Tarife gelten für den Kauf von einer Mindeststückzahl von 5 Briefmarken.

Die Preise für jeweils eine einzige Briefmarke steigen für Briefe innerhalb Belgiens, nach Europa und für Briefe in nicht-europäische Länder von respektive 0,75 auf 0,77, von 1,09 auf 1,13 und von 1,29 auf 1,34 Euro.

Preissenkungen

Unabhängig davon, dass die Preisblockade im Energiesektor aufgehoben wurde, erhöhen verschiedene große Energieversorger wie Electrabel und EDF Luminus ihre Tarife nicht, sondern senken sogar ihre Preise. Beim Marktführer Electrabel handelt es sich um maximal 10 Prozent für Strom und 16 Prozent für Gas.

Verkehrsvergehen kommen uns noch teurer zu stehen

Versäumte Bußbescheide wegen Verkehrsvergehen werden ab 2013 über die Steuern verrechnet. Falls ein Knöllchen nach 30 Tagen immer noch nicht bezahlt ist und nicht offiziell Einspruch erhoben wurde, wird die Akte von der Justiz an das Finanzamt geschickt. 

Mehrere Geldbußen werden übrigens erhöht. Wer betrunken Auto fährt, muss künftig 170 statt 150 Euro bezahlen. Wer sich nicht anschnallt und fährt, bezahlt statt der üblichen 50 Euro nun 100 Euro Strafe. Wer vergisst, seine Kinder anzuschnallen, muss drei Mal so viel bezahlen wie bislang, nämlich 150 Euro.

Einige Versicherungen werden teurer

Die größten belgischen Versicherungsgesellschaften Axa und AG Insurance heben ihre Tarife für die Auto-, Brandschutz- und Familienversicherung um 3 bis 5 Prozent an.

Keine Honoraraufschläge für Mehrbettzimmer im Krankenhaus

Ärzte dürfen nicht länger Honoraraufschläge für Zwei- oder Mehrbettzimmer in Krankenhäusern verlangen.

Arzneimittel, die von der Krankenkasse zurückerstattet werden, werden laut dem Apothekerbund ab April 2013 um durchschnittlich 2 Prozent billiger, und ab 1. Januar wird ein Abstrich, um Frauen auf Gebärmutterhalskrebs zu untersuchen zu 100 Prozent zurückbezahlt.