Brügge: Jugendliche beim Feiern betäubt

In der Neujahrsnacht sind während einer Feier in Brügge neun Jugendliche in ein Krankenhaus eingeliefert worden, denen allesamt offenbar schwere Beruhigungs- und Schlafmittel in die Gläser gemischt wurden. Unter den Opfern sind auch Minderjährige. Die Staatsanwaltschaft von Brügge hat Ermittlungen aufgenommen.
Neujahrsfeier am "Zand" in Brügge. Hier wurden Jugendliche mutmaßlich vorsätzlich betäubt

Insgesamt wurden in der Neujahrsnacht 20 Jugendliche, sowohl Jungs, als auch Mädchen, angetroffen, die Schlafmittel in ihren Getränken gehabt haben sollen. Die Jugendlichen, von denen einige minderjährig sind, wirkten schläfrig und deutlich angetrunken. Neun von ihnen, acht Jungs und ein Mädchen, wurden in Koma-ähnlichem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert. Einige der Betroffenen wussten nicht mehr, was vorher geschehen war und andere waren in diesem Zustand sogar bestohlen worden.

Die jungen Leute hatten am „Zand“ in Brügge an einer Neujahrfeier unter dem Motto „Brugge zingt“ teilgenommen und hatten ihre Getränke in einem der Cafés oder in einem Ausschankzelte auf dem Platz gekauft. Unklar ist, in welchem Lokal die Jugendlichen die Mittel ins Glas gemixt bekommen haben. Polizei und Staatsanwaltschaft in Brügge nehmen die Sache sehr ernst und ermitteln. Um welche Mittel es sich dabei genau handelt, ist noch nicht bekannt.

Nach Ansicht der behandelnden Ärzte haben die betroffenen Jugendlichen unwissend eine Kombination von Alkohol und starken Beruhigungs- und Schlafmittel zu sich genommen. In ihrem Urin wurden Spuren von Benzodiazepinen gefunden, das sind sehr starke Mittel gegen Angststörungen und Schlaflosigkeit, die sich dämpfend auf das zentrale Nervensystem auswirken. Unter anderem gehört das starke Beruhigungsmittel Rohypnol, trauriger weise auch bekannt als „Vergewaltigungsdroge“, zu dieser Art Produkten.

Gefährliche Kombination

Die Opfer haben inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen können. Die Polizei sucht nach weiteren Betroffenen, die sich den Behörden bisher noch nicht anvertraut haben. Nach Ansicht von Toxikologen ist eine Kombination von Alkohol und starken Beruhigungs- oder Schlafmitteln lebensgefährlich. Nicht von ungefähr ist diese Art Medikamente mit einer besonderen Warnfarbe versehen. Wenn man diese Mittel also mit einer Flüssigkeit mixt, entsteht auch eine Farbänderung, die eigentlich warnen soll.

Solche Kombinationen können zu Nierenversagen, zum Koma und im äußersten Fall zum Tode führen. In jedem Fall sorgen sie dafür, dass Betroffene willenlos werden und nicht mehr mitbekommen, was um sie herum geschieht. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei den Vorfällen in der Neujahrsnacht um vorsätzliche Betäubung gehandelt hat.