Nur 81.500 Belgier zahlten Reichensteuer

Die belgische Bundesregierung ermöglichte reichen Landsleuten eine so genannte „Reichensteuer“ zu entrichten, über die diese sich von weiteren Kontrollen des Fiskus quasi freikaufen konnten. Doch nur rund 80.000 wohlhabende Belgier gingen 2012 auf dieses Angebot ein. Die Banken hatten mehr erwartet.

Bei Gewinnen von über 20.000 € aus dem eigenen Anlagevermögen - Zinsen oder Dividenden - bot die belgische Regierung wohlhabenden Landsleuten die Möglichkeit, anonym eine Zusatzsteuer von 4 % zu entrichten. Damit konnten die „Betroffenen“ vermeiden, dass sich die Steuerbehörden Einsicht in dieses bewegliche Vermögen aus Kapitalanlagen verschaffen.

Die Banken konnten zu diesem Zweck direkt die 4 %-Steuer von den Kapitaleinnahmen einbehalten und an die Steuer überweisen. Das garantierte den jeweiligen Kapitaleignern eine Art der fiskalen Anonymität.

Eine entsprechende Umfrage belgischer Tageszeitungen bei den vier größten belgischen Banken BNP Paribas Fortis, ING, KBC und Belfius ergab, dass lediglich rund 81.500 Wohlhabende diesen Weg der Steuerzahlung gewählt haben, also lediglich 1 bis 1,5 % dieses Kundenkreises.

Kleinere Banken in Belgien waren allerdings nicht so freigiebig mit entsprechenden Informationen, so die flämische Tageszeitung De Standaard. Bei Bank Delen und bei der Société Générale Private Banking hieß es, dass rund die Hälfte der potentiellen Kunden diese Steuer entrichtet habe. Bei Delta Lloyd sollen es 9 % der Kunden gewesen sein. Die „Reichensteuer“ ist zum Jahreswechsel wieder abgeschafft worden. Seit dem 1. Januar 2013 gilt die Regel, dass auf alle Einkommen durch Zinsen oder Dividenden aus Kapitalanlagen ein Steuervorabzug von 25 % erhoben wird.